Auf Chemie verzichten: Osterei mit Safran und Spinat färben

Von: Jürgen Freitag, dpa
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Auf Chemie verzichten: Osterei mit Safran und Spinat färben
Natürlicher Farbstoff: Im Spinatsud werden weiße Eier zartgrün. Foto: dpa

Mainz. Zum Färben von Ostereiern sind natürliche Zutaten eine gute Wahl. Ganz ohne Chemie könne man leuchtende Farben auf die Schale bringen, sagte Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz dem dpa-Themendienst.

„Wer grüne Ostereier haben möchte, sollte einfach Spinat verwenden.” Gelb wird das Ei mit Safran. Günstiger, wenn auch weniger farbintensiv, ist die Variante mit Zwiebelschalen. Holundersaft färbt die Schale blau, und rot werden die Eier mit Rote-Bete-Saft.

Den Sud erhält man, indem man zum Beispiel 250 Gramm Spinat mit einem Liter kaltem Wasser ansetzt. Nach 45 Minuten Auskochen wird das grün gefärbte Wasser abgeseiht. Im leicht siedenden Sud wird das Ei dann für etwa zehn Minuten hartgekocht. „Beim Entnehmen aus dem heißen Wasser aber nicht abschrecken”, warnt Umbach. Sonst könnten Keime durch feinste Risse in der Schale ins Ei eindringen.

Das Einreiben mit Speck oder Öl verleiht dem gefärbten Ei einen schönen Glanz und verlängert die Haltbarkeit. Rund drei Wochen können die Eier dann draußen liegen, bevor sie verderben.

Bunte Muster und Marmorierungen lassen sich mit Pflanzenblättern und einem Feinstrumpf auf das Ei bringen. Zuerst legt man kleine Blätter oder ein paar Zwiebelschalen auf die Oberfläche, erläutert Umbach. „Dann vorsichtig den Strumpf darüber stülpen und das Ei in den Sud legen.” Besonders feine Strukturen entstehen, wenn vor dem Färben ein Haushaltsgummi um die Schale gespannt wird.

Lebensmittelfarbe aus dem Supermarkt sind Umbach zufolge nur bedingt zu empfehlen. „Die synthetischen Farbstoffe können bei empfindlichen Menschen allergieähnliche Reizungen auslösen.” Auch Filz- und Farbstifte sind zum Bemalen von Ostereiern nicht geeignet: Die Stifte enthalten Lösungsmittel, die nicht auf ihre Unbedenklichkeit geprüft seien. Über kleine Risse in der Schale könnten die gefährlichen Stoffe eindringen. Bei Kindern und Allergikern entstünden durch den Konsum womöglich gesundheitliche Schäden.

Beim Ei-Kauf sind drei Kriterien wichtig: Farbe, Form und Frische. Das perfekte Hühnerei zum Färben sollte weiß, glatt und zwischen 7 und 14 Tagen alt sein. Fehlt das Legedatum auf der Verpackung, hilft ein Rechentrick. „Vom Mindesthaltbarkeitsdatum muss man 28 Tage zurück rechnen, um auf das Legedatum zu kommen”, sagt Umbach.

Woher genau die Tradition des Eierfärben stammt, ist unklar. Eine Erklärung geht laut Umbach zurück auf das Fasten. „Eier galten zur Fastenzeit als verbotene Speise.” Das Kochen verhinderte, dass die in der Zeit nicht verzehrten Eier verdarben. Um an die Leiden Jesu Christi zu erinnern, färbten die Menschen die Eier traditionell rot. So entstand wohl der Brauch, an Ostern Eier zu färben.
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