Auch rezeptfreie Medikamente bergen Gefahren

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Berlin. Viele Menschen halten rezeptfreie Medikamente für harmlos. Werden solche Arzneimittel aber falsch angewendet, können sie der Gesundheit zeitweise oder gar dauerhaft schaden.

Die meisten Fehler passieren bei Schmerzmitteln oder wenn die Atemwege, der Magen-Darm-Trakt oder die Haut behandelt werden, erläutert Friedemann Schmidt, Vizepräsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin.

Häufigster Fehler: Die Selbstmedikation ist grundsätzlich nicht empfehlenswert, etwa weil die Beschwerden bereits länger bestehen. „Die genaue Zeitspanne hängt von der Erkrankung ab. Bei Durchfall sollte man spätestens nach drei Tagen zum Arzt, Schlafstörungen können bis zu vier Wochen in Eigenregie behandelt werden”, sagt Schmidt. Wenn akute Beschwerden sehr stark sind, etwa Fieber über 39 Grad oder sehr starke Schmerzen vorliegen, sollten Patienten einen Arzt aufsuchen statt zu einem rezeptfreien Medikament zu greifen.

Wenn die Selbstmedikation grundsätzlich möglich ist, verlangen viele Patienten in der Apotheke ein Medikament, das für den Einzelfall nicht geeignet ist. „Mein Rat an Patienten: Statt nach einem bestimmten Präparat zu fragen, das Sie aus der Werbung kennen, besser dem Apotheker die eigenen Symptome schildern”, sagt Schmidt. Beispielsweise sind alkoholhaltige Hustentropfen für Erwachsene akzeptabel, für Kinder aber tabu.

Bei Heuschnupfen sollte man auf Nasensprays mit Wirkstoffen verzichten, die bei Erkältungsschnupfen sinnvoll sind. Für Menschen mit einem empfindlichen Magen gibt es bessere Schmerzmittel als Acetylsalicylsäure (ASS), auch wenn sich dieser Wirkstoff bei vielen Menschen bewährt hat.

Viele rezeptfreie Arzneimittel werden zu lange oder zu häufig angewendet, beispielsweise Kopfschmerz- oder Abführmittel. Weitere häufige Probleme in der Selbstmedikation sind falsche Dosierungen, die falsche Anwendung des Medikaments oder dass Gegenanzeigen nicht beachtet werden.
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