Arzt nach Wechselwirkung mit pflanzlichen Medikamenten fragen

Von: dpa
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Wiesbaden. Auch vermeintlich harmlose pflanzliche Arzneien können gefährliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben.

Patienten sollten die Einnahme pflanzlicher Mittel immer mit ihrem Arzt absprechen. Darauf weist Prof. Karin Kraft vom Berufsverband Deutscher Internisten in Wiesbaden hin.

Das gelte besonders, wenn eine Medikation umgestellt wird oder eine Operation ansteht. Denn manchmal besteht die Gefahr, dass das Mittel die Blutgerinnung, den Blutdruck oder die Narkose beeinflusst.

So kann etwa Johanniskraut die Wirkung bestimmter Antidepressiva, von Cholesterinsenkern wie Simvastatin und Schmerzmitteln wie Triptanen sowie einiger verschreibungspflichtiger Schlaf- und Beruhigungsmittel - sogenannte Benzodiazepine - beeinträchtigen.

Johanniskrautpräparate ganz vermeiden sollten Patienten, die zum Beispiel Proteaseinhibitoren oder Zytostatika einnehmen, rät Kraft, die den Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Universität Rostock inne hat.

Dass Johanniskraut die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille hemmt, habe sich dagegen in kontrollierten Studien bislang nicht bestätigt. Ein Risiko bestehe aber eventuell bei sehr niedrig dosierten Hormonpräparaten.

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