Arterienverkalkung: Mediziner raten älteren Patienten zur Gefäßuntersuchung

Von: ddp
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Bochum. Jeder fünfte Deutsche über 65 Jahren leidet an Arterienverkalkung - kaum jemand ahnt jedoch etwas davon. Dabei kann die Krankheit verheerende Folgen haben.

Sie verdoppelt das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden und frühzeitig zu sterben, konnten Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum nun in einer Studie belegen. Die Forscher hatten für ihre Untersuchung die Daten von 6880 Patienten über 65 Jahren ausgewertet, teilt die Universität mit.

Bei den Patienten wurde von ihren Hausärzten der sogenannte Knöchel-Arm-Index bestimmt. Dieser gibt das Verhältnis des Blutdrucks der Arterien am Beinknöchel zum Blutdruck in den Armarterien an. Ist der Blutdruck in den Beinen deutlich niedriger als im Arm, lässt dies auf Einengungen der Beinarterien durch Verkalkungen schließen. Diese sogenannte Atherosklerose beschränkt sich jedoch im Allgemeinen nicht auf die Beine, wo sie lediglich besonders leicht messbar ist, sondern betrifft auch Blutgefäße im Gehirn sowie die Herzkranzgefäße, wo Infarkte besonders gefährlich sind.

Eine Verengung der Beinarterien fanden die Wissenschaftler bei etwa zwanzig Prozent aller Patienten ab 65 Jahren. Bekannt war die Erkrankung jedoch nur knapp neun Prozent aller Patienten, da Beschwerden beim Gehen aufgetreten waren. Fünf Jahre nach diesen Diagnosen hatten doppelt so viele Patienten mit Atherosklerose als ohne die Erkrankung einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten oder waren bereits gestorben.

Statistisch gab es keinen Unterschied, ob sich die Patienten zuvor der Verengung bewusst gewesen waren oder nicht, erklärt Studienleiter Hans-Joachim Trampisch. Das belegt, dass das Risiko auch ohne Beschwerden in den Beinen bereits ebenso hoch ist wie bei Patienten mit Durchblutungsproblemen. Daher müsse bei älteren Patienten eine Gefäßuntersuchung der Beine Standard sein, fordern die Wissenschaftler. Ist das Risiko einmal bekannt, kann der Arzt Blutfettsenker und Blutverdünner verordnen, den Blutdruck entsprechend einstellen und das Infarkt- und Schlaganfallrisiko dadurch senken.
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