Anzeichen für Medikamentensucht erkennen

Von: dpa
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Wer täglich Medikamente einnehmen muss, greift oft ohne Zeitplan zu den Arzneimitteln. Foto: ddp

Krefeld. Hortet ein Mensch größere Mengen eines Medikaments, ist er möglicherweise davon abhängig. Wirkt er außerdem angespannt, wenn er das Mittel nicht zur gewohnten Zeit am gewohnten Ort einnehmen kann, liegt ein weiteres Anzeichen für eine Sucht vor.

Darauf macht Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte in Krefeld aufmerksam. Er rät Angehörigen, den Betroffenen behutsam, aber direkt auf den Arzneimittelmissbrauch anzusprechen und Bedenken mitzuteilen.

Es sei wichtig, dem Betroffenen das Gefühl zu geben, dass jemand hinter ihm steht. Vielen Medikamentensüchtige helfe es, wenn jemand Anteil an ihren Problemen nehme. „Gleichzeitig muss ihm aber die Gefahr der Situation bewusst gemacht werden”, sagt der Psychiater.

Nur wenn der Patient seine Sucht voll anerkennt, könne er seine Abhängigkeit durchbrechen und sich den Problemen stellen, die sich dahinter verbergen. Das können zum Beispiel starke Belastungen im Job oder in der Beziehung sein. Rund 1,5 bis 2 Millionen Menschen in Deutschland, vor allem Frauen, gelten als medikamentenabhängig.

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