Alte bekommen zu viele Pillen und nicht die beste Behandlung

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DRK / Altenpflege / Pflegedienst
„Leider gibt es auch immer noch zu viele Ärzte, die glauben, eine psychotherapeutische Behandlung hätte im Alter keinen Sinn mehr”, sagt die Präsidentin des Sozialverbandes VdK. Foto: dpa

Berlin. Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, beklagt eine zunehmende Diskriminierung älterer Menschen bei der medizinischen Versorgung. So würden Ärzte älteren Patienten psychotherapeutische Behandlungen vorenthalten und viel zu viele Medikamente verschreiben.

„Es ist erschreckend, dass viele Altersdepressionen nicht erkannt werden”, sagte Mascher der „Bild”-Zeitung. „Wir brauchen sensible Mediziner, die sich Zeit nehmen, um solche Diagnosen stellen zu können. Leider gibt es auch immer noch zu viele Ärzte, die glauben, eine psychotherapeutische Behandlung hätte im Alter keinen Sinn mehr.”

Bei der Verordnung von Medikamenten seien viele Ärzte dagegen zu fahrlässig. Kaum ein Arzt kümmere sich um Wechsel- und Nebenwirkungen. Außerdem seien viele Medikamente für Ältere gar nicht getestet. Mascher: „Das kann einen alten Menschen kränker machen, als er ist.”

Die VdK-Präsidentin reagierte damit auf Teile des im November verabschiedeten Altenberichts der Bundesregierung. Darin wird ebenfalls eine wachsende Altersdiskriminierung bei der medizinischen Versorgung kritisiert.

Die Bundesregierung prangert der Zeitung zufolge ebenfalls an, dass Senioren zu viele und falsche Arzneien verschrieben bekommen. Es gebe einen „zum Teil fast sorglosen Umgang mit mehreren Medikamenten”, wird aus dem Altenbericht zitiert. So nehme ein Fünftel der über 70-Jährigen 13 und mehr Wirkstoffe ein.

Zur psychotherapeutischen Versorgung heißt es, dass über 60-Jährige nur die Hälfte der notwendigen Behandlungen verordnet bekommen; bei den über 70-Jährigen gebe es „ein deutliches Versorgungsdefizit”. Bei der ärztlichen Behandlung von Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen komme es „vielfach zu einer verdeckten Altersrationierung”.
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