Akupunktur laut Studie wirksamer als Placebo

Von: Lindsey Tanner, dapd
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Akupunktur
Die Akupunktur hat ebenso viele Fans wie Gegner. Foto: dpa

Chicago. Akupunktur wird gerne eingesetzt bei chronischen Kopf- oder Rückenschmerzen oder Arthritis - die Methode hat ebenso viele Fans wie Gegner.

Wie sie genau funktioniert, ist nach wie vor unklar. Immer wieder wird spekuliert, dass ausschließlich ein Placebo-Effekt wirkt. Eine kürzlich im Fachblatt „Archives of International Medicine” veröffentlichte Meta-Analyse kommt jetzt zu dem Schluss, dass Akupunktur wirksamer ist als eine sogenannte Scheinakupunktur.

Allerdings bezweifeln Forscher die Zuverlässigkeit der Analyse. Für die Arbeit, an der auch Mediziner vom Universitätsklinikum München beteiligt waren, wurden 29 Studien zu Akupunktur mit insgesamt knapp 18.000 Teilnehmern ausgewertet.

Den Forschern lagen auch die Rohdaten der Studien vor. Ihnen ging es darum herauszufinden, was bei chronischen Schmerzen am besten hilft. Ergebnis ihrer Analyse: Akupunktur ist effektiv und deshalb als Behandlungsmethode geeignet.

Zwar seien die Unterschiede zwischen Akupunktur und Scheinakupunktur - in der Regel eine oberflächliche Nadelung außerhalb bekannter Akupunkturpunkte - gering, sagte Studienleiter Andrew Vickers vom Memorial Sloan Kettering Cancer Centre in New York. Sie seien aber aussagekräftig genug, um zu der Schlussfolgerung zu kommen, dass Akupunktur nicht nur auf psychologischen Effekten beruhe.

Demgegenüber bezeichnete Akupunktur-Kritiker Stephen Barrett die Ergebnisse der Meta-Analyse als zweifelhaft. Studien zu Akupunktur fänden häufig unter Laborbedingungen statt, die nicht das widerspiegelten, was im wirklichen Leben passiere. Barrett, ein pensionierter Psychiater, betreibt die Website Quackwatch, die sich mit Medizinbetrügereien beschäftigt.

Andrew Avins von der University of California in San Francisco und Forscher beim Gesundheitsfürsorger Kaiser-Permanente, schrieb in den „Archives of International Medicine” einen Kommentar zu der Studie: Die Analyse sei präziser als andere Arbeiten, weil die Autoren auch auf Rohdaten hätten zurückgreifen können, betonte er.

Akupunktur habe wenig Nebenwirkungen und dass man nicht wisse, wie sie wirke, sollte Ärzte nicht abhalten, sie anzuwenden. „Die beste Strategie zurzeit ist es, den Patienten zugutekommen zu lassen, was ihnen hilft und zugleich fortzufahren im Bemühen, den Mechanismus der Methode zu erforschen.”
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