Aids-Expertin warnt vor möglichem Anstieg sexuell übertragbarer Krankheiten

Von: dapd
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Köln. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnt angesichts der offenen Grenzen in Europa und der hohen Mobilität der Menschen vor einem möglichen Anstieg von sexuell übertragbaren Krankheiten in Deutschland.

Wie BZgA-Direktorin Elisabeth Pott am Montag in einem dapd-Interview sagte, haben die Fälle von Syphilis in Osteuropa in den vergangenen Jahren „dramatisch zugenommen”. Durch sexuelle Kontakte könnte es auch in Deutschland zu einer stärkeren Ausbreitung dieser Krankheit kommen. „Die sexuell übertragbaren Krankheiten sind auch ein deutlicher Motor für die Verbreitung des HI-Virus, denn damit kann es leichter zu Infektionen kommen.”

„Dank der jahrzehntelangen Aufklärung wissen heute zwar weit mehr als 90 Prozent der jungen Leute, wie es zu einer Ansteckung mit HIV oder Aids kommt und wie sie sich davor schützen können, die anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Chlamydien oder Hepatitis sind jedoch wenig bekannt”, erläuterte Pott. Deshalb will die Bundeszentrale dies zu einem Schwerpunkt innerhalb ihrer HIV/Aids-Präventionskampagne machen, um die Bevölkerung verstärkt zu diesem Thema zu informieren.

Die Expertin kündigte zugleich an, sich mit den Präventionsbemühungen verstärkt an die in Deutschland lebenden Mitbürger mit ausländischen Wurzeln zu wenden. Dabei sollen vor allem junge Leute erreicht werden. Zwar habe sich das Verhütungsverhalten Jugendlicher mit Migrationshintergrund bereits verbessert, verglichen mit ihren deutschen Altersgenossen verhüteten sie jedoch seltener, sagte Pott.

Laut einer BZgA-Studie geben 12 Prozent der Mädchen und 18 Prozent der Jungen mit Migrationshintergrund an, beim ersten Mal nicht verhütet zu haben. Zudem sind Jungen aus Migrantenfamilien früher und damit insgesamt häufiger sexuell aktiv als deutsche Jungen.
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