Ärzte rufen zur Meningitis-Impfung von Kindern auf

Von: dpa
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Düsseldorf. Im Kampf gegen die lebensgefährliche Hirnhautentzündung (Meningitis) rufen Mediziner zur verstärkten Impfung von Schulkindern auf.

An Meningitis, die durch Meningokokken hervorgerufen wird, erkrankten besonders häufig Kinder und Jugendliche, teilte das Centrum für Reisemedizin (CRM) am Dienstag in Düsseldorf mit. Jedes Jahr steckten sich 400 bis 800 Menschen in Deutschland mit diesen Bakterien an. Trotz ärztlicher Behandlung sterben nach CRM-Angaben 10 Prozent der Patienten. Weitere 20 Prozent müssten mit Spätfolgen wie lebenslanger Taubheit oder der Amputation von Gliedmaßen leben.

Zum zweiten Weltmeningitistag an diesem Samstag (24. April) will die Organisation CoMO, ein Bündnis von rund 20 Gesundheitsorganisationen aus 14 Ländern, auf die Ansteckungsgefahr und Folgen einer Infektion durch Meningokokken aufmerksam machen.

Seit 2006 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) in Deutschland die Impfung gegen Meningokokken C für alle Kinder im zweiten Lebensjahr. Seitdem habe der Impfschutz bei Kindern im Vorschulalter deutlich zugenommen. Allerdings hätten viele Kinder, die 2006 älter als zwei Jahre waren, keine Impfung erhalten, hieß es in der Mitteilung des CRM. Die Impfung könne beim Kinder -oder Hausarzt nachgeholt werden.

Gegen den ebenfalls gefährlichen und noch weiter verbreiteten Typ B ist die Impfung nach CRM-Angaben nicht möglich. Ein erster Impfstoff sei jedoch in der Erprobungsphase.

Eine Reihe von Ländern wie Großbritannien, die Niederlande und Kanada fordern den Nachweis der Meningokokken-Impfung von Schülern und Studenten - auch von Austausch- oder Gastschülern aus Deutschland.

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