Ärzte retten todkranken Jungen

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Kämpferherz: Luca ist ein fröhliches Kind - obwohl er schon so oft operiert werden musste.

Aachen. Wenn der sechsjährige Luca ein Auto sieht, ist er nicht zu bremsen. Ob als Spielzeug, in Zeitschriften oder auf der Straße - Autos sind die große Leidenschaft des Jungen. Dass Luca heute so fröhlich spielt, war lange Zeit nicht abzusehen.

Im Mai 2003 kam er mit einem der schwersten angeborenen Herzfehler, der sogenannten Fallotschen Tetralogie, zur Welt. Bei dieser Kombination von vier Herzfehlern ist die Lungenschlagader verengt, die Körperschlagader befindet sich an der falschen Stelle, in der Herzscheidewand klafft ein Loch und als Folge der Belastung ist die rechte Herzkammer verdickt. Luca war erst sieben Tage alt, als im Kinderherzzentrum Köln seine Lungenschlagader mittels eines kleinen Ballons geweitet wurde. Er überstand diesen ersten Eingriff gut und wurde nach Hause entlassen.

Doch dann ging es Luca immer schlechter. Er war zunehmend unruhig, und aufgrund des Sauerstoffmangels waren seine kleinen Lippen und Fingerchen häufig blau gefärbt. Obwohl die Fallotsche Tetralogie normalerweise erst später korrigierend operiert wird, entschieden sich die Ärzte darum in Lucas Fall für eine frühe Operation: Im Alter von nur sieben Wochen wurde der Kleine operiert.

Der Eingriff war sehr schwierig und belastend für Luca. Lange Zeit musste er anschließend noch beatmet werden und im Krankenhaus bleiben, bis es schließlich bergauf ging und seine Eltern ihn mit nach Hause nehmen durften. Zwei Jahre später konnte dann endlich auch das Loch in Lucas Herzscheidewand operativ verschlossen werden.

Die Untersuchungen zeigten allerdings, dass Luca immer noch nicht herzgesund war: Die Volumenbelastung der rechten Herzkammer hatte seine Lungenschlagaderklappe in Mitleidenschaft gezogen, so dass die Herzklappe undicht war - nur ein Klappenersatz konnte Luca helfen. Die Familie suchte Rat am Universitätsklinikum in Aachen, wo man auf den Ersatz von Herzklappen spezialisiert ist. Vor wenigen Wochen wurde dem Jungen hier erfolgreich eine biologische Herzklappe eingepflanzt. Luca hat den Eingriff gut überstanden und geht inzwischen schon wieder in die Schule und spielt mit seinen Geschwistern.

„Wir haben Luca eine tierische Herzklappe eingesetzt, damit er nicht wie bei einer künstlichen Klappe permanent Medikamente gegen Blutgerinnung einnehmen muss”, erklärt Professor Dr. Jaime Vazquez-Jimenez, Chef der Aachener Kinderherzchirurgie, der die Operation durchgeführt hat. „Leider wachsen diese Klappen nicht mit, so dass Luca erneut operiert werden muss, sobald er größer ist. In Aachen wird bereits mit Hochdruck an der Entwicklung mitwachsender Herzklappen geforscht - derzeit ist das aber leider noch Zukunftsmusik für die rund 600 Kinder, die allein hierzulande jedes Jahr eine neue Herzklappe benötigen.”

Die Entwicklung mitwachsender Herzklappen aus körpereigenem Material gehört zu den wichtigsten Anliegen der Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e.V., die entsprechende Forschungsarbeiten am Aachener Universitätsklinikum und Helmholtz-Institut seit 2003 finanziell unterstützt. Die Fördergemeinschaft verbessert seit 1989 die Behandlungs- und Diagnosebedingungen für Kinder mit angeborenem Herzfehler bundesweit. Damit Kinder wie Luca in Zukunft keine strapaziösen Folgeoperationen mehr erdulden müssen, ist die Fördergemeinschaft auf Spenden für das Aachener Projekt angewiesen - entweder online unter kinderherzen.de oder auf das Konto Nr. 23 230 bei der Bank im Bistum Essen, BLZ 360 602 95, Stichwort „Aachen”.
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