9,5 Millionen Deutsche haben Alkoholprobleme

Von: ddp
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Köln. Der Alkoholmissbrauch in Deutschland wird nach Einschätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) „noch immer massiv unterschätzt”.

Dabei haben rund 9,5 Millionen Bundesbürger zwischen 18 und 64 Jahren Alkoholprobleme, etwa 1,3 Millionen von ihnen sind alkoholabhängig, und bei rund zwei Millionen Menschen liegt Alkoholmissbrauch vor, wie die Direktorin der Bundeszentrale, Elisabeth Pott, am Donnerstag in Köln anlässlich des Weltdrogentages am 26. Juni sagte. Jedes Jahr stürben etwa 74.000 Männer und Frauen an den Folgen ihres Alkoholkonsums.

Für viele gehöre Alkohol zum Feiern oder zum Entspannen einfach dazu, sagte Pott. Wissenschaftliche Studien zeigten, dass für einen erwachsenen Mann 24 Gramm Reinalkohol - etwa zwei kleine Bier - und für eine Frau zwölf Gramm Reinalkohol pro Tag an maximal fünf Tagen in der Woche gesundheitlich unbedenklich seien.

„Alles, was darüber liegt, ist bereits riskanter Alkoholkonsum und führt auf Dauer unausweichlich zu gesundheitlichen Schäden. Bei Jugendlichen liegen diese Grenzwerte noch deutlich niedriger, denn ihr Körper ist noch nicht vollständig entwickelt”, erläuterte die Suchtexpertin.

Zu den häufigsten durch chronischen Alkoholkonsum hervorgerufenen Krankheiten zählten Leberzirrhose, Schädigungen des Gehirns, die sich in Konzentrations- und Gedächtnisstörungen oder Intelligenzminderung äußerten, sowie Herzmuskel- und Krebserkrankungen wie Leber-, Mund- und Speiseröhrenkrebs. „In Deutschland belaufen sich die durch alkoholbedingte Erkrankungen hervorgerufenen volkswirtschaftlichen Kosten auf etwa 24 Milliarden Euro pro Jahr”, sagte Pott.

Mit 15,6 Litern reinem Alkohol führt Luxemburg die Liste der Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Alkoholkonsum an, gefolgt von Irland und Ungarn mit jeweils rund 14 Litern. Deutschland liegt im europäischen Vergleich an fünfter Stelle mit zwölf Litern ab dem 15. Lebensjahr.
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