Zinsbindung und Tilgung auf Höhenflug

Von: Max Geißler
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Immobilienkäufer können dank des Tilgungshochs viel sparen. Symbolfoto: dpa/Tobias Hase Image

Aachen. Immobilienkäufer nutzen die niedrigen Zinsen und setzen auf Sicherheit. Der durchschnittliche Tilgungssatz befindet sich auf einem Rekordhoch.

Die Baufinanzierung wird weiterhin von den niedrigen Kreditzinsen begünstigt. In diesem Jahr stiegen Zinsbindung und Tilgungssatz auf einen neuen Höchststand. Die durchschnittliche Sollzinsbindung stieg, laut des Baufinanzierers Dr. Klein, auf 13 Jahre und fünf Monate. Auch Isold Heemstra, Bereichsleiter Baufinanzierung der ING-Diba, verzeichnet einen Trend zu längeren Darlehenslaufzeiten. Fast ein Drittel unserer Kunden wählt inzwischen die 15-jährige Laufzeit. Im Gegensatz dazu, fristen die fünfjährigen Baufinanzierungen ein Schattendasein. Immobilienkäufer legen offensichtlich aufgrund der niedrigen Zinsen immer mehr Wert auf längere Zinsbindungen, dadurch können sie kontinuierlich von den aktuellen Konditionen profitieren und gleichzeitig Zinsrisiken vorbeugen.

Schneller schuldenfrei durch höhere Tilgung

Im Einklang mit der Zinsbindung wächst auch der durchschnittliche Tilgungssatz. Den Auswertungen von Dr. Klein zufolge, stieg die Tilgungsquote beim Erwerb einer Immobilie von 2,39 Prozent im Januar 2014 auf 2,69 Prozent im Januar 2015. Eigenheimerwerber scheinen die aktuelle Zinssituation zu nutzen, um mit höheren Tilgungssätzen ihre Baufinanzierung schneller abzutragen, vermutet der Vorstandssprecher Stephan Gawarecki. Die ING-Diba beobachtet ebenfalls eine höhere Tilgungsrate. Haben unsere Kunden im März 2013 noch durchschnittlich 1,9 Prozent getilgt, so waren es ein Jahr später 2,4 Prozent und in diesem Monat liegt der Wert bereits bei 2,7 Prozent, so der Baufinanzierungschef Heemstra. Ein Ende des Trends zu höherer Tilgung bei der Immobilienfinanzierung sei nicht in Sicht.

Beim Kauf einer Immobilie lohnt sich die schnellere Tilgung: Bei einem Darlehen von über 200.000 Euro mit 15-Jähriger Zinsbindung bedeutet der Tilgungsanstieg von 0,3 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres eine Entlastung bei der Restschuld von mehr als 10.000 Euro. Im Hinblick auf die niedrigen Darlehenszinsen ist eine höhere Tilgung durchaus zu empfehlen, um schneller schuldenfrei zu sein. Entscheidend ist jedoch immer der Bedarf des Kunden und seine finanzielle Belastbarkeit, betont Eva Grunwald, Leiterin Baufinanzierung bei der Deutschen Bank. Trotz Mickerzinsen ist ein gewisses Eigenkapital für eine Immobilie immer sinnvoll. Nach der Ansicht Grundwalds sollte die Eigenkapitalquote weiterhin mindestens 20 Prozent betragen.

Die Kreditrate sinkt aber der Tilgungssatz steigt

Erstaunlicherweise, sinkt die durchschnittliche Standardrate trotzt steigendem Tilgungssatz. Auch hierfür sind die sinkenden Bauzinsen verantwortlich. Laut den Ermittlungen von Dr. Klein, sinkt im Vergleich zum Vormonatswert die Monatsrate für eine zehnjährige Baufinanzierung von über 150.000 Euro mit zwei Prozent Anfangstilgung um 22 Euro, und zwar von 493 auf 471 Euro. Zum Vorjahreswert reduzierte sich die Standardrate sogar um 135 Euro.

Die rückläufigen Bauzinsen führen momentan aber nicht zu einer Ausweitung der Darlehenshöhen. Wie im Vormonat betrug die im Schnitt bei Dr. Klein ausgereichte Kredithöhe 172.000 Euro, ein Anstieg von 16.000 Euro gegenüber dem Vorjahr.

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