Zahlungsschwierigkeiten: Acht Tipps bei Beitragsrückstand

Von: Horst Peter Wickel
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Verbraucherschützer raten allen Versicherungsnehmern, die Zahlungsschwierigkeiten haben, sich an die Versicherung zu wenden. Symbolfoto: dpa

Aachen. Mahnungen oder gar Vertragskündigung? Bei Zahlungsschwierigkeiten sollten Verbraucher frühzeitig mit der Versicherung sprechen.

Was tun bei Zahlungsschwierigkeiten?

Verbraucherschützer raten allen Versicherungsnehmern, die Zahlungsschwierigkeiten haben, sich an die Versicherung zu wenden. Und der GDV nennt je nach individueller Finanzlage zum Beispiel für Lebensversicherungen folgende Ausweichmöglichkeiten:

1. Beitragsfreistellung:

Soll der Versicherungsbeitrag komplett ausgesetzt werden, hilft die Beitragsfreistellung. Jeder Versicherte hat Anspruch auf den vorzeitigen Ausstieg. Vorteil: Das aufgelaufene Guthaben bleibt bestehen. Nachteil: Die Ablaufsumme sinkt deutlich, denn die nicht gezahlten Beiträge plus die entgangenen Zinsen fehlen am Ende.

2. Prämienstundung:

Wer die Beitragszahlung wegen Zahlungsschwierigkeiten aussetzen, aber keine Einbußen bei der Ablaufleistung in Kauf nehmen möchte, der kann eine Prämienstundung beantragen. Der Versicherer setzt dann den Monatsbeitrag für den gewünschten Stundungszeitraum aus. Nimmt der Versicherte die Zahlungen später wieder auf, muss er die gestundeten Beiträge plus Zinsen nachzahlen. Die Beitragsaussetzung ist zeitlich befristet, in der Regel auf sechs Monate, in Ausnahmefällen wie Arbeitslosigkeit bis zu einem Jahr.

3. Vertragspause:

Die zwischenzeitliche Beitragspause ist in der Regel bis zu einem Jahr möglich. Allerdings fordern die meisten Gesellschaften zuvor eine Mindestlaufzeit von ein oder zwei Jahren. Nach Ablauf der Pause werden die Zahlungen wie gewohnt fortgeführt. Die Vertragsleistung sinkt, die Gesellschaft kann die Zahlpause ablehnen.

4. Versicherungssumme kürzen:

Wird wegen Zahlungsschwierigkeiten die Versicherungssumme herabgesetzt, verringern sich die Beiträge. Dies ist von Vorteil, wenn man nicht die kompletten Beitragszahlungen aussetzten möchte. Allerdings sollte die Versicherungssumme nicht zu gering gewählt werden, damit der Versicherungsschutz wirkungsvoll bleibt. Die Ablaufleistung verringert sich, die Versicherungsgesellschaft muss der Herabsetzung zustimmen.

5. Sparleistung aussetzen:

Einige Gesellschaften ermöglichen bei Zahlungsschwierigkeiten die Kürzung des Versicherungsbeitrags um den Sparanteil. Dann zahlt der Kunde lediglich die Beiträge für den Todesfallschutz, der Kapitalaufbau stagniert. Vorteil: Der Monatsbeitrag verringert sich deutlich. Die Aussetzung ist zeitlich befristet, häufig auf ein oder zwei Jahre. Am Ende der Wartephase müssen Versicherte die nicht gezahlten Sparbeiträge nachzahlen.

6. Zusätze stornieren:

Viele Policen enthalten zusätzlichen Versicherungsschutz, etwa Absicherung gegen Berufsunfähigkeit oder Unfalltod. Bei Zahlungsschwierigkeiten kann man nach genauer Prüfung zusätzliche Vertragsbestandteile kündigen. Der Beitrag sinkt, der hauptsächliche Versicherungsschutz sowie die Ablaufleistung bleiben voll erhalten.

7. Laufzeit verlängern:

Um weniger Beitrag zu zahlen, kann man die Laufzeit der Lebensversicherung verlängern. In diesem Fall bleibt die Versicherungssumme gleich, aber durch die zeitliche Streckung verringern sich die Beiträge.

8. Policen-Darlehen:

Der Versicherte beleiht seine Versicherung bis zur Höhe des aktuellen Rückkaufwertes. Die Darlehensrückzahlung erfolgt entweder aus Eigenmitteln oder bei Vertragsende mit dem restlichen Ablaufguthaben. Vorteil: Der Versicherungsschutz bleibt unberührt.

 

 

 

 

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