Worauf Bauherren bei der Endabnahme achten sollten

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:
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Wer sich den Traum der eigenen vier Wände erfüllen möchte, der ist auf die Hilfe von Bauunternehmen und Handwerksfirmen angewiesen. Foto: dpa

Aachen. Ist das Eigenheim erstmal fertig gestellt, erfolt die Endabnahme. Dabei ist es wichtig, besonders gründlich vorzugehen. Denn werden schwere Baumängel übersehen, kann der Neubau schnell zur Kostenfalle werden.

Wer sich den Traum der eigenen vier Wände erfüllen möchte, der ist auf die Hilfe von Bauunternehmen und Handwerksfirmen angewiesen. Die Mehrzahl der Firmen wird sich Mühe geben, die Arbeiten fehlerfrei durchzuführen.

Doch Fehler können sich überall einschleichen, auch unbeabsichtigt. Deshalb steht vor dem Einzug in die Immobilie die Endabnahme des Gebäudes bevor. Sie ist oftmals die letzte Chance, Baumängel zu dokumentieren. Wichtig dabei ist, sehr gründlich vorzugehen und nichts zu übersehen, andernfalls können teure Folgekosten entstehen. Denn wer das Haus abnimmt, bestätigt mit seiner Unterschrift, dass der Bau vertragsgerecht ausgeführt wurde.

„Bauherren sollten wissen, dass, solange das Eigenheim nicht vollständig abgenommen wurde und Mängel entdeckt werden, die Beweislast beim Bauunternehmer liegt", sagt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baugeldvermittlers Baufi.24.de.

Dieser müsse im Streitfall darlegen, dass er fehlerfrei und vertragsgemäß gearbeitet hat. „Ich empfehle Kunden daher bei der Begehung kleinlich und detailversessen zu sein, denn die Dinge, die sie bei der Endabnahme nicht bemängeln, müssen sie gegebenenfalls selbst nachbessern und aus eigener Tasche zahlen", so Scharfenorth.

Immer auf dem Laufenden bleiben

Damit kein Mangel übersehen wird, sollten Häuslebauer die Endabnahme gemeinsam mit Fachleuten durchführen. Hierfür eignen sich Sachverständige von Prüforganisationen wie Tüv oder Dekra, ortsansässige Architekten oder Bauingenieure. Empfehlenswert ist aber auch, bereits während der Bauphase regelmäßig Kontrollen durchzuführen. So können Sie Mängel entdecken, die durch spätere Folgearbeiten vielleicht verdeckt werden.

Wann können Sie die Endabnahme verweigern?

Werden größere Missstände festgestellt, kann die Endabnahme verweigert werden. Halten Sie die beanstandeten Mängel schriftlich fest und übermitteln Sie diese unter Angaben einer Frist an den Bauunternehmer. Bei einer Verweigerung können Sie die letzte fällige Zahlung zurückhalten. Das ist sinnvoll, da die vollständige Bezahlung oft als rechtsverbindliche Abnahme gewertet wird. Anders sieht die Sache bei kleineren Mängeln und Reparaturarbeiten aus. Hier können Sie Endabnahme nicht verweigern. Sie sollten aber auch hier den Mangel schriftlich fixieren und einen Termin zur Ausbesserung vereinbaren.

Nach der Endabnahme beginnt die Gewährleistungsfrist

Sobald der Bau abgenommen wurde beginnt die Gewährleistungsfrist. Diese beträgt je nach Vertragsart vier oder fünf Jahre. In dieser Zeit müssen Handwerker alle auftretenden Missstände beheben. „Die Länge der Gewährleistungszeit hängt davon ab, welche gesetzliche Regelung der Vertragsform zugrunde liegt: Verträge nach Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) haben eine regelmäßige Verjährungsfrist von fünf Jahren. Bei Verträgen nach VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) beträgt die Frist vier Jahre", so Scharfenorth. Danach könne der Bauherr nur noch in absoluten Ausnahmenfällen, zum Beispiel bei einer arglistigen Täuschung, seine Gewährleistungsansprüche durchsetzen.

Modernisierungsdarlehen

Ist das Kind in den Brunnen gefallen und müssen Sie aus eigener Tasche nachbessern, kann ein preiswertes Modernisierungsdarlehen die Kosten in Grenzen halten. Die Volksbank Dortmund, die Deutsche Bank und die Dortmunder Sparkasse gewähren zinsgünstige Modernisierungsdarlehen. Eigentümer, die klassische Annuitätendarlehen bevorzugen, profitieren von sehr niedrigen Zinsen. So kosten Kleindarlehen über 25.000 Euro mit fünfjähriger Zinsbindung bei Debeka, Huk Coburg und Commerzbank aktuell nur etwas mehr als ein Prozent Zinsen.

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