Wohn-Riester zieht auch um

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:
Wohn-Riester: Das eigene Heim schneller finanzieren
Wer sein Haus mit Hilfe der Wohn-Riester-Förderung finanziert, muss in dieser Immobilie auch wohnen. Foto: dpa

Aachen. Wohn-Riester wird lediglich für die eigengenutzte Immobilie gewährt. Bei einem Auszug erlischt die Förderung, es sei denn, er ist beruflich veranlasst. Wer sein Haus mit Hilfe der Wohn-Riester-Förderung finanziert, muss in dieser Immobilie auch wohnen.

Ist das der Fall, subventioniert der Staat Bausparverträge oder laufende Baudarlehen mit einer jährlichen Grundzulage von 154 Euro plus 185 oder 300 Euro altersabhängige Kinderzulage. Die Alternative lautet: Sparer entnehmen Geld aus ihrer Riester-Rentenversicherung oder ihrem Riester-Sparplan, um sich damit ein Eigenheim anzuschaffen. In jedem Fall gilt: Gerade Familien profitieren vom Wohn-Riester-Modell. Berechnungen von Stiftung Warentest zufolge summieren sich die Zuschüsse und Steuervorteile für Ehepaare mit Kindern auf bis zu 50.000 Euro.

Grundsätzlich erlischt die Förderung jedoch, sobald der Eigentümer aus der Immobilie auszieht oder diese veräußert. Im Amtsjargon ist dann von einer schädlichen Verwendung die Rede, so dass der Staat keine Veranlassung sieht, das Objekt weiterhin zu fördern. Das ist aber nicht alles: Die bis dato erhaltenen Fördergelder müssen mit einem Mal versteuert werden, was ins Geld gehen kann. Wer das abwenden möchte, muss entweder eine neue, förderfähige Immobilie erwerben oder einen Riester-Rentenvertrag eröffnen und regelmäßig einzahlen.

Ausnahme: Berufswechsel

In Bezug auf die schädliche Verwendung wirkt ein beruflich bedingter Tapetenwechsel befreiend. Wer also aufgrund eines Arbeitsplatzes für eine begrenzte Zeit an einem anderen Ort lebt, darf seine Zulagen behalten und kassiert sogar für das Umzugsjahr noch Zuschüsse. Das gilt auch dann, wenn das Objekt neu vermietet wird. In den darauffolgenden Jahren ruhen jedoch die Fördergelder. Bei kurzen Unterbrechungen von weniger als einem Jahr sind die Zulagen indes nicht in Gefahr. Die Bank oder Versicherung sollte aber in Kenntnis gesetzt werden.

Wer seinem Heim für längere Zeit den Rücken kehrt, muss das der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) melden, denn es bedarf einer Zustimmung dieser Behörde. Wurde die Zulagenstelle nicht unterrichtet und erfährt dennoch vom Auszug, kann diese die Förderung einstellen und obendrein Strafsteuern erheben. Daher sollten Sie unbedingt einen Antrag auf Förder-Pause stellen und glaubhaft erklären, dass der Umzug aus beruflichen Gründen erfolgt und ein erneuter Einzug in die Immobilie zu einem späteren Zeitpunkt geplant ist. Als Dokumente dienen hierbei der Arbeitsvertrag und am besten ein befristeter Mietvertrag, der den Interimscharakter verdeutlicht. Spätestens jedoch mit 67 Jahren müssen Eigentümer wieder in ihre angestammte Immobilie ziehen, sonst berechnet der Fiskus Steuern auf den Förderbetrag.

Tipp:

Telefonische Auskünfte gibt die Zulagenstelle unter: 03381/21 22 23 24.

Baugeld-Vergleich: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die aktuellen Baugeldkonditionen überregionaler und regionaler Anbieter.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert