Wohin steuert die Baufinanzierung?

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:
Baufinanzierung
Wer erstmals eine Immobilie kauft, sollte sich umfassend beraten und sich von seinem Berater ein individuelles Finanzierungskonzept erstellen lassen. Foto: dpa

Aachen. Die Immobilienpreise erklimmen schwindelerregende Höhen. Hat das Eigenheim noch Zukunft? Gibt es Baugeld bald nur noch über das Internet? Christoph Zschätzsch von der Deutschen Bank gibt Auskunft.

Herr Zschätzsch, Immobilien sind inzwischen sehr teuer. Lohnt sich der Kauf überhaupt noch? Sollte man nicht besser warten, bis die Preisblase platzt?

Auch wenn die Immobilienpreise - vor allem in den Metropolen - seit einiger Zeit spürbar anziehen, ist Wohneigentum aufgrund der historisch niedrigen Zinsen und der höheren verfügbaren Einkommen immer noch deutlich erschwinglicher als vor einigen Jahren. Unabhängig von aktuellen Preissteigerungen sollte eine Baufinanzierung aber vor allem nachhaltig finanzierbar sein. Grundvoraussetzung ist daher eine gute Beratung und eine realistische Einschätzung, ob man sich sein Traumhaus leisten kann.

Was spricht für das Eigenheim? Warum sollte man in die eigenen vier Wände investieren?

Wohnen im Eigenheim ist ein Traum für viele Deutsche und gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge. Da Geldanlagen derzeit kaum Zinsen abwerfen, ist die Investition in Betongold sowohl für Eigenheimer als auch für Kapitalanleger grundsätzlich eine gute Alternative, zumal sich die Immobilienpreise weitgehend unabhängig von den Kapitalmärkten entwickeln. Kapitalanleger sollten neben der aktuellen Situation auch die langfristige Vermietbarkeit im Auge behalten - gerade mittelgroße Universitätsstädte bieten hier interessante Investitionsmöglichkeiten.

Ist es sinnvoll, die Kreditzinsen für viele Jahre festzuschreiben oder ist es besser flexibel zu finanzieren? Eventuell fallen die Zinsen weiter?

Die Zinsen sind im langfristigen Vergleich sehr niedrig. Die Wahl der Laufzeit hängt wesentlich von der individuellen Situation des Kunden, seinen Präferenzen und seiner finanziellen Belastbarkeit ab. Eine längere Zinsbindung von beispielsweise 15 oder 20 Jahren hilft, das günstige Zinsniveau langfristig zu sichern. Ein Vorteil für Baufinanzierungskunden: Sie selbst können ihr Darlehen schon zehn Jahre nach Vollauszahlung mit einer Frist von sechs Monaten ohne finanzielle Nachteile kündigen.

Wie hoch sollte im aktuellen Zinsumfeld der Tilgungssatz sein?

Angesichts der niedrigen Zinsen empfiehlt sich in vielen Fällen eine höhere Tilgung. Damit können Bauherren schneller schuldenfrei sein. Ob man sich allerdings für eine höhere Regeltilgung - hier sind aktuell mindestens drei Prozent Anfangstilgung üblich - oder für Sondertilgungsoptionen entscheiden sollte, hängt von den Einkommensverhältnissen und den persönlichen Bedürfnissen ab. Dabei sollten Bauherren ihre Finanzierung aber nicht zu eng schneidern, um Luft für unvorhergesehene Sonderbelastungen zu haben.

Das Onlinebanking boomt. Wo findet in Zukunft die Finanzierungsberatung statt? In der Filiale oder online?

Das kommt auf den Kunden an. Wer erstmals eine Immobilie kauft, sollte sich umfassend beraten und sich von seinem Berater ein individuelles Finanzierungskonzept erstellen lassen. Dabei schätzen viele Kunden den persönlichen Kontakt in der Filiale. Wer bereits über Erfahrung in der Immobilienfinanzierung verfügt, kann beispielsweise seine Anschlussfinanzierung bequem und unkompliziert auch online abschließen. Während der Laufzeit bevorzugen es viele Kunden ohnehin, wenn sie die laufende Verwaltung ihrer Baufinanzierung, wie zum Beispiel eine Lastschriftdatenänderung, digital erledigen können.

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