Wohin mit dem laufenden Baudarlehen?

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wer eine nicht abgezahlte Immobilie verkaufen oder verschenken möchte, dem stellt sich die Frage: Was passiert mit dem laufenden Baukredit? Drei Möglichkeiten stehen zur Auswahl.

1. Den Baukredit stornieren

Beim Verkauf des Eigenheims behalten sich die Kreditinstitute ein Sonderkündigungsrecht ein. Die Baufinanzierung kann vorzeitig aufgelöst und die Immobilie lastenfrei an den Käufer übergeben werden. Aber: Dies geschieht nur verlustfrei, wenn das Baudarlehen bereits länger als zehn Jahre läuft. Dann besteht ein außerordentliches Kündigungsrecht und die Kündigungsfrist beträgt sechs Monate. Läuft der Baukredit jedoch noch keine zehn Jahre, hat die Bank die Möglichkeit Vorfälligkeitsentschädigung für entgangene Zinsen zu verlangen. Je nach Restschuld und Laufzeit des Baukredits kann das mehrere Tausend Euro Stornogebühr kosten. Entscheidend für die Kostenberechnung ist die Zinsdifferenz zwischen dem Zinssatz des Altdarlehens und dem aktuellen Marktzins. Ist der Marktzins deutlich niedriger als der bestehende Kreditzins und besteht eine lange Restlaufzeit, wird die Sache teuer.

Tipp:

Stornokosten im Vorfeld von der Bank ausrechnen lassen und auf den Verkaufspreis aufschlagen.

2. Käufer übernimmt den Baukredit

Verkäufer müssen ein bestehendes Baudarlehen nicht zwingend kündigen. Möglich ist auch die Weitergabe des Kredits an den Käufer. Dafür ist jedoch die Zustimmung des finanzierenden Gelhauses nötig. Dies wird die Bank aber nur tun, wenn sie den Käufer für kreditwürdig hält, er also über genügend Bonität verfügt und sich die Immobilie auch wirklich leisten kann. Für den Käufer lohnt sich die Übernahme des Baukredites, wenn die Kreditzinsen niedriger sind als die aktuellen Konditionen die auf dem Markt herrschen. Aufgrund der zuletzt gestiegenen Kreditzinsen ist dies für jüngst abgeschlossene Darlehen der Fall. So zahlten Käufer für ein zehnjähriges Standarddarlehen im März 2015 teilweise nur 1,0 Prozent Sollzins, aktuell liegen die Top-Zinssätze ein halbes Prozent und mehr darüber, beispielsweise bei Santander Bank (1,5 ), ING-Diba (1,55 ) und 1822 direkt (1,60 ).

3. Schenkung mit oder ohne Baukredit

Soll das Eigenheim innerhalb der Familie oder an einen Angehörigen verschenkt werden, so besteht die Möglichkeit, das Objekt mit oder ohne Darlehen weiterzugeben. Der Schenker muss dazu die finanzierende Bank vorab informieren. Schreibt der Eigentümer die Immobilie auf den Beschenkten um, tilgt aber weiterhin selbst den Baukredit, ist kein neuer Darlehensvertrag nötig. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Eltern eine Immobilie auf ihr Kind übertragen. Die Bank wird in diesem Fall keine Steine in den Weg legen, der neue Eigentümer muss lediglich die sogenannte Grundschuldzweckerklärung neu einholen. Soll das Eigenheim samt Baufinanzierung übertragen werden, besitzt die Bank ein Vetorecht. Erst nach erfolgreicher Bonitätsprüfung wird sie der Schenkung zustimmen. Das Baudarlehen geht dann mit allen Rechten und Pflichten auf den Beschenkten über.

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