Berlin - Wie Selbstständige ihren Firmenwagen optimal absetzen

Wie Selbstständige ihren Firmenwagen optimal absetzen

Von: Oliver Mest, dapd
Letzte Aktualisierung:

Berlin. Wer als Selbstständiger einen Firmenwagen hat, kann die Kosten dafür steuerlich voll absetzen, wenn das Auto zum Betriebsvermögen gehört.

Das ist automatisch der Fall, wenn der Wagen zu mehr als der Hälfte betrieblich genutzt wird. Die Kehrseite der Medaille: Die private Nutzung muss versteuert werden. Entweder wird die pauschale Besteuerung nach der sogenannten Ein-Prozent-Regel gewählt oder über ein Fahrtenbuch genau abgerechnet.

Bei der pauschalen Versteuerung ist für jeden Monat der privaten Nutzung ein Prozent vom Preis des Autos zu versteuern. Berechnungsgrundlage ist dabei der Listenpreis des bestellten Fahrzeugs zum Zeitpunkt des Kaufs plus Umsatzsteuer.

Für Fahrten zwischen Wohnung und Büro wird ebenfalls ein Pauschalwert angesetzt: Pro Monat und Entfernungskilometer sind hier 0,03 Prozent des Listenpreises privat zu versteuern. Gleichzeitig wird pro Kilometer die Pauschale von 30 Cent gegengerechnet.

Alternativ kann die private Nutzung durch ein Fahrtenbuch nachgewiesen werden. Das Fahrtenbuch weist den Anteil privater Fahrten nach, die dann entsprechend ihrem Anteil an den Gesamtkosten versteuert werden. Auf den Privatanteil fällt dann ebenfalls Umsatzsteuer an.

Steuerlich ist die Fahrtenbuch-Methode in vielen Fällen vorteilhaft - allerdings stellt sie hohe Anforderungen an den Steuerzahler. Anerkannt wird nur ein „ordnungsgemäßes” Fahrtenbuch. Es muss fortlaufend über das gesamte Jahr und zeitnah geführt werden, alle Fahrten - auch die privaten - detailliert auflisten und darf keine nachträglichen Änderungen enthalten. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, war die Arbeit vergebens, und es gilt die Pauschal-Methode.

Möglichkeiten bei geringerer Nutzung im Job

Wer seinen Firmenwagen dagegen zu weniger als der Hälfte betrieblich nutzt, muss anders rechnen. Bei mehr als zehn und weniger als 50 Prozent dienstlicher Nutzung wird der Wagen nicht automatisch Betriebsvermögen.

Das führt zu einigen Erleichterungen, vor allem weil weniger Aufzeichnungspflichten für den Steuerzahler anfallen, die private Nutzung nicht versteuert werden muss und bei einem Verkauf der Erlös nicht steuerlich erfasst wird.

Im Gegenzug können die Kosten aber nicht komplett abgesetzt werden. Es können nur Ausgaben für die nachgewiesenen betrieblichen Fahrten geltend gemacht werden. Das kann entweder über die Dienstreise-Pauschale von 30 Cent pro gefahrenem Kilometer oder mit dem individuellen Kilometersatz passieren, wenn dieser höher liegt und aus den Gesamtkosten des Autos vom Steuerzahler ermittelt wird. Soll der Wagen dennoch Betriebsvermögen werden, muss diese Zuordnung dokumentiert werden - am besten durch eine Mitteilung an das Finanzamt. Damit sind alle Kosten voll absetzbar, die private Nutzung muss jedoch erneut per Fahrtenbuch ermittelt und versteuert werden.

Allerdings gelten in diesem Fall für das Fahrtenbuch weniger strenge Regeln: Es reichen alle Aufzeichnungen, die die private und betriebliche Nutzung belegen. Das kann statt eines Fahrtenbuchs auch der Terminkalender oder jeder andere, geeignete Nachweis sein. Wer den Firmenwagen zu weniger als zehn Prozent betrieblich nutzt, kann ihn nicht dem Betriebsvermögen zuordnen. Die tatsächlichen Kosten können damit auf keinen Fall als Betriebsausgaben abgesetzt werden.

Betrieblich veranlasste Fahrten können aber trotzdem steuerlich abgesetzt werden. Auch hier kommt entweder die Dienstreise-Pauschale zur Anwendung oder der Steuerzahler ermittelt die tatsächlichen Kilometerkosten und setzt eine entsprechende Kilometerpauschale an.
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