Wichtig für Vermieter: Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtpolice

Von: Klaus Winter
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Aachen. Ein Muss für Vermieter ist die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung: Sie kümmert sich um Schadensersatzansprüche.

Grundsätzlich gilt: „Wer sein Haus vermietet, braucht eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung“, so Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Für alle Schäden, die von seinem Grundstück ausgehen, haftet der Grundstückseigentümer. Und davon gibt es jede Menge: „Dachziegeln können im Sturm heruntergeweht werden und einen Passanten treffen, oder jemand rutscht auf dem nicht gestreuten Gehweg im Winter aus und bricht sich das Bein“, sagt Gerold Happ, Geschäftsführer Immobilien und Umwelt von Haus und Grund.

Möglich sind aber auch Schäden am Grundstück der Nachbarn, etwa wenn Abwasser unkontrolliert aus dem eigenen Haus entweicht. Zudem können spezielle Risiken zusätzlich versichert werden, wie Experte Happ erläutert: „So müssen Öltanks gegen das Risiko versichert werden, dass sie auslaufen und Umweltschäden anrichten.“

Tipp: Auch unbebaute Grundstücke sollten versichert werden. Viele Versicherer bieten für leere Grundstücke Spezialtarife an.

Wer sein Haus selbst privat bewohnt, braucht keine Police. Jedoch gilt: Schon eine Untervermietung kann diesen Schutz gefährden. Denn versichert ist nach den Bedingungen der privaten Haftpflicht meist nur eine Immobilie, die zu eigenen Wohnzwecken benutzt wird. Wer also seine Immobilie teilweise untervermietet, nutzt diesen Teil nicht für eigene Wohnzwecke und muss für die Vermietung eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung abschließen.

Auch Eigentümergemeinschaften benötigen eine solche Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Jedoch kümmert sich in der Regel ein Hausverwalter für alle Eigentümerparteien um den Versicherungsschutz.

Wie entscheidend ist die Versicherungssumme bei einer Haus-und Grundbesitzerhaftpflicht? „Drei Millionen Euro sollten als Untergrenze gewählt werden“, so Expertin Boss, „aber es dürfen auch fünf oder zehn Millionen sein.“ Eher unüblich sind Selbstbeteiligungen, zumal durch diese die Prämien kaum zu senken sind.

Apropos Prämie: Diese berechnet sich in der Regel nach der Brutto-Jahresmiete oder der Anzahl der Wohneinheiten. Bei einer Wohneinheit zahlen die Kunden bei der Gothaer beispielsweise für zehn Millionen Euro Versicherungssumme 65,12 Euro im Jahr. Die Axa verlangt bei gleichem Schutz 60,57 Euro, die Continentale 77,35 Euro.

Wenn Sie Ihre Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung wechseln wollen, müssen Sie den Vertrag drei Monate vor dem Ende des Versicherungsjahres schriftlich kündigen. Wichtig dabei: Das Versicherungsjahr stimmt meist nicht mit dem Kalenderjahr überein, ein Blick in die Police bringt Klarheit.

Sowohl die private Haftpflicht wie auch die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung erfüllen zwei Funktionen. Zum einen als Schadensregulierer für Ihre Haftpflicht, zum anderen als „Schadensabwehrer“: „Haftpflichtversicherer wehren unberechtigte Ansprüche gegen die Versicherten ab - notfalls vor Gericht - und fungieren damit wie Rechtsschutzversicherungen“, so Boss.

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