Wertverluste: Wie sich Sparer schützen können

Von: Max Geißler
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Aachen. Noch ist Inflation kein Thema, im März lag sie nur bei 1,4 Prozent. Dennoch befürchten viele Experten steigende Inflationsraten. Sparer müssen nicht tatanlos zusehen.

Geldentwertung ist der Feind jeder Altersvorsorge, denn sie bewirkt erheblichen Kaufkraftverlust. Beträgt die jährliche Geldentwertung nur zwei Prozent, dann müssen Haushalte für Waren und Dienstleistungen, die heute noch glatte 1.000 Euro kosten, in 20 Jahren fast 1.500 Euro und in 30 Jahren gut 1.800 Euro bezahlen. Steigt die Inflationsrate auf durchschnittlich vier Prozent, kostet die gleiche Ware in 20 Jahren mehr als das Doppelte und in 30 Jahren mit 3.200 Euro mehr als das Dreifache.

 

Festgeld: Zinsen gleichen Inflation aus

Haben Sie bereits Vorsorgekapital angespart, ist Werterhalt oberstes Gebot. Getätigte Geldanlagen sollten so viel Zinsen abwerfen, dass der Wertverlust durch Inflation ausgeglichen wird. Eine Möglichkeit sind kurzlaufende Festgelder. Länger als zwei oder drei Jahre sollten Sie sich nicht binden, falls die Zinsen steigen. Zweijähriges Festgeld verzinst sich bereits auf Höhe der aktuellen Inflation. So zahlt die Denizbank für 24-monatiges Festgeld 2,1 Prozent Zinsen, die Eurocity Bank 1,95 Prozent und Grenke bzw. ABC Bank je 1,9 Prozent.

Legen Sie 30.000 Euro an, addiert sich der Zinsertrag bei der Denizbank auf 1273 Euro, die Eurocity Bank schreibt 1.181 Euro gut. Wird die Laufzeit um ein Jahr verlängert, winken Zinsgewinne über der Inflationsrate: Die Denizbank und die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft zahlen je 2,3 Prozent Zinsen, Eurocity und Gallinat Bank je 2,15 Prozent. Die Denizbank bietet österreichische Einlagensicherung von 100.000 Euro je Sparer, alle anderen Geldhäuser offerieren deutsche Einlagensicherheit, zum Teil in Millionenhöhe.

 

Mit Wohneigentum gegen die Inflation

Eine langfristig stabile Anlageform ist Wohneigentum. Egal, ob Sie die eigenen vier Wände selbst nutzen oder vermieten -; beide Verwendungszwecke machen Sie von Inflation unabhängig. Die selbst bewohnte Immobilie ist wertstabil und spart Mietkosten. Das vermietete Objekt bringt Zusatzeinkünfte, zudem sind Kreditkosten und Erhaltungsaufwand steuerlich absetzbar. In guter Lage erzielen Sie Wertsteigerungen, die die Inflation ausgleichen. Vorhandenes Vorsorgeguthaben sollten Sie als Eigenkapital in die Finanzierung einbringen -; das vermindert den Darlehensumfang und senkt die Kreditzinsen. Die Konditionen sind derzeit traumhaft günstig.

 

Ordentliche Renditechancen mit Fondssparplänen

Ist noch kein Vermögen vorhanden, führt nur regelmäßiges Sparen zur Zusatzrente. Renditen über der Inflation versprechen Fondssparpläne. Die unvermeidlichen Wertschwankungen gleichen sich bei Sparzeiträumen von 20 und mehr Jahren immer wieder aus.

Laut Fondsverband BVI erzielten Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland in den vergangenen 20 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 4,9 Prozent, auf Sicht von 25 Jahren sogar von 5,8 Prozent. Das bedeutet: Wenn Sie monatlich 150 Euro über 25 Jahre einzahlen, winkt ein Ergebnis vor Steuern von 99.035 Euro -; mehr als doppelt so viel wie die Einzahlungen von 45.000 Euro.

 

Flexible Rentenpolice trotzt Inflation

Wünschen Sie ein Produkt, das neben dem Sparvorgang einen lebenslangen Rentenplan beinhaltet, dann ist die Privatrente genau das Richtige. Dynamische Rentenpolicen steigern die Rentenzahlungen jährlich -; ein Ausgleich gegen Inflation. Für Vorsorgesparer mit langem Sparhorizont empfehlen sich fondsgebundene Rentenpolicen.

Die Einzahlungen fließen in einen oder mehrere Investmentfonds. Die Auswahl der Fonds können Sie je nach Vertragsmodell selbst bestimmen oder von der Versicherungsgesellschaft festlegen lassen. Je jünger man ist, desto mehr Geld sollte man in Aktienfonds stecken. Erstens sind die Gewinnchancen höher, zweitens bleibt genügend Zeit, zwischenzeitliche Börseneinbrüche auszusitzen.

Da die Wertentwicklung der Fonds nicht vorhersehbar ist, garantieren die Gesellschaften keine Mindestrente. Richtung Vertragsende heißt es dann Kursgewinne sichern. Dazu schichten Sie von Aktienfonds in schwankungsärmere Renten- und Geldmarktfonds um.

 

Tipp:

Geringe Vertragskosten, wie sie zum Beispiel Direktversicherer ermöglichen, begünstigen die Renditeaussichten. Ertragsbeispiel: Ein 40-jähriger Mann, der 25 Jahre lang 150 Euro monatlich einzahlt, startet bei einer unterstellten Durchschnittsrendite von 4,0 Prozent bei Canada Life mit einer monatlichen Anfangsrente von 290 Euro, die Europa Versicherung prognostiziert 264 Euro, Hannoversche Leben 255 Euro, Huk Coburg 251 Euro und Hanse Merkur 250 Euro.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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