Wenn die Bausparkasse kündigt

Von: Fritz Himmel
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Viele Bausparkassen versuchen, teure Altlasten loszuwerden und Verträge zu kündigen. Foto: dpa

Aachen. Viele alte Bausparverträge bieten hohe Zinsen - zum Leidwesen der Bausparkassen, die immer häufiger versuchen zu kündigen. Zwischen vier und fünf Prozent Zinsen bietet so mancher vor Jahren abgeschlossener Bausparvertrag - mit Zulagen sind sogar sechs Prozent möglich. Doch des einen Freud ist des anderen Leid.

Die Bausparkassen können die hohen Guthabenzinsen in der aktuellen Niedrigzinsphase nicht durch hohe Darlehenszinsen aufbringen. Deshalb versuchen sie teure Altkunden loszuwerden.

Die Bausparkasse Wüstenrot kündigte Ende August insgesamt rund 15.000 Altverträge. BHW, Schwäbisch Hall oder die Landesbausparkassen ziehen ebenfalls mit und gehen den gleichen Weg, wie Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bestätigt.

Wann dürfen die Bausparkassen kündigen?

Bei vielen Altverträgen ist das durchaus in Ordnung - etwa wenn die Bausparsumme erreicht ist. Kündigt eine Bausparkasse einen voll besparten Vertrag, können Kunden sich kaum wehren, sagt Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

"Die Bausparkassen kündigen die Verträge so, dass man die Kündigung in der Regel nicht angreifen kann." Solche voll besparten oder übersparten Bausparverträge dürfen die Unternehmen mit einer Frist von drei Monaten kündigen.

Kündigung verhindern

Damit ihr Vertrag nicht gekündigt wird, sollten Kunden mit gut verzinsten Altverträgen vor dem Erreichen der vertraglich vereinbarten Bausparsumme (bei etwa 85 Prozent) nicht weiter Geld einzahlen.

Am besten sie stellen den Vertrag beitragsfrei, um so auf Dauer weiter von den hohen Zinsen zu profitieren. Hier sollte jeder prüfen, ob das laut Vertrag zulässig ist, empfiehlt Finanzexpertin Oelmann.

Tipp:

Rechnen Sie auch die Zinsen mit ein, die Sie regelmäßig auf den Bausparvertrag erhalten. Andernfalls wächst das Guthaben auch ohne weitere Einzahlung auf die Bausparsumme an.

Bitterer Bonus

Vorsicht, zuweilen rechnen die Bausparkassen auch die Treueprämie und Bonuszahlungen auf die Bausparsumme an, so dass sie schneller erreicht ist. So können die Kassen früher kündigen. Niels Nauhauser rät hier, sich gegen dieses Vorgehen zu wehren.

Die Erfolgsaussichten hängen dabei vom Wortlaut der Bedingungen im Einzelfall ab. Hier gilt es nachzulesen: Kann beispielsweise der Bausparkunde aus dem Vertrag ein Recht auf ein Bauspardarlehen ableiten, darf die Bausparkasse nach Ansicht des Verbraucherschützers nicht kündigen.

"Die Aachener Bausparkasse hat dieses Vorgehen auf unser Betreiben hin inzwischen eingestellt", sagt Nauhauser.

Nicht den Vertrag wechseln

Weiterer Trick: Mit allerlei kosmetischen Argumenten legen Bausparkassen ihren Kunden einen Tarifwechsel nahe. Gelockt wird meist beim neuen Vertrag mit einem niedrigeren Darlehenszins. Der Fallstrick: Stattdessen streicht die Bausparkasse den Zinsbonus, was die Sparrendite dauerhaft deutlich schmälert.

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