Welcher Kredit eignet sich zur Sanierung?

Von: Max Geißler
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Das Haus behalten - Was ein Jobverlust für den Baukredit bedeutet
Ist das Eigenheim bereits in die Jahre gekommen, wird oftmals eine umfassene Sanierung nötig. Foto: dpa

Aachen. Ist das Eigenheim bereits in die Jahre gekommen, wird oftmals eine umfassene Sanierung nötig. Dabei können sich die Kosten schnell auf mehrere zehntausend Euro summieren. Welcher Baukredit kann Abhilfe schaffen?

Vor allem in den neuen Bundesländern besteht Sanierungsbedarf

Eine Umfrage der GfK-Konsumforschung im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS) ergab, dass in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen vier von zehn Häusern als dringend Sanierungsbedürftig eingestuft werden.

In Thüringen wohnen fast 70 Prozent der Befragten in einem Eigenheim, das mindestens 50 Jahre oder älter ist. In die Jahre gekommene Häuser haben einen hohen Modernisierungsbedarf. Die Heizung ist in der Regel nach 20 bis 25 Jahren sanierungsbedürftig, Fenster und Außentüren nach 30 Jahren und die Fassade nach 40 Jahren. Dachziegel halten je nach Qualität und Verarbeitung 50 Jahre und länger.

Um nicht plötzlich von hohen Kosten überrascht zu werden, sollten Eigentümer regelmäßig Rücklagen bilden. "Aktuell legen Hausbesitzer fast 180 Euro pro Monat für anfallende Sanierungen zurück", berichtet Sabine Schmitt von der LBS. Als Gelddepot eignen sich zum Beispiel hochverzinste Tagesgeldkonten. Damit bleiben Verbraucher finanziell flexibel und erzielen mit Topanbietern attraktive Zinsen.

Ist bereits das nötige Eigenkapital vorhanden, empfiehlt sich Festgeld. Eine weitere beliebte Variante der Rücklagenbildung ist der Bausparvertrag. Er lässt sich für alle Arten von Modernisierungen und energetischen Verbesserungen einsetzen. Der Staat unterstützt die Kapitalbildung mit Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage.

Für größere Sanierungen eignet sich der Baukredit

Belaufen sich die Sanierungskosten auf einige zehntausend Euro, kommen die meisten Eigentümer nicht um einen Baukredit herum. Summen von 30.000 oder 40.000 Euro kommen schnell zusammen, etwa wenn das Dach und die Fassade eingedämmt und eine umweltfreundliche Heizung eingebaut werden soll. Manche Geldhäuser vergeben Baukredite bereits ab 25.000 Euro, andere erst ab 35.000 Euro.

Als Voraussetzung für günstige Zinsen sowie als Sicherheit für die kreditgebende Bank dient die eingetragene Grundschuld auf die Immobilie. Wichtig ist, dass kein anderer grundbesicherter Baukredit das Eigenheim belastet, da eine Eintragung im zweiten Rang zu höheren Konditionen führt.

Wenn kleinere Ausbesserungen anfallen

Für einzelne Sanierungsmaßnahmen bis 25.000 Euro eignen sich Modernisierungsdarlehen. Diese finden Sie unter anderem bei Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Die PSD Bank Rhein-Ruhr vergibt beispielsweise Modernisierungsdarlehen ab 10.000 Euro Mindestbetrag, die Dortmunder Sparkasse fordert gar nur 2500 Euro.

Da diese Darlehen nicht grundbuchbesichert sind, liegen die Zinssätze etwas höher als beim klassischen Baukredit, derzeit bei rund drei Prozent. Tipp: Den Wohnkredit der ING-Diba können Sie ebenfalls für Modernisierungszwecke verwenden. Die Mindestkreditsumme ist mit 5000 Euro sehr niedrig, der Zinssatz mit 3,33 Prozent ebenfalls.

KfW-Darlehen für die energetische Sanierung

Die staatliche Förderbank KfW unterstützt Modernisierungsmaßnahmen von Eigenheimen mit vielfältigen Förderprogrammen. Für die energetische Sanierung stehen zinsgünstige Baukredite ab 0,75 Prozent Effektivzins und Tilgungszuschüsse bereit. Die Tilgungszuschüsse wurden Anfang 2015 auf bis zu 27,5 Prozent vom Kreditbetrag erhöht. Gleichzeitig haben Sie Anspruch auf einen Baubegleitungszuschuss von 50 Prozent (max. 4.000 Euro) der Kosten für Fachplanung und Baubegleitung durch einen unabhängigen Experten.

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