Hamburg - Was Verbraucher vor dem Abschluss einer Brillenversicherung wissen sollten

Was Verbraucher vor dem Abschluss einer Brillenversicherung wissen sollten

Von: Oliver Mest, ddp
Letzte Aktualisierung:

Hamburg. Die Brillenversicherung ist zweifellos eine der kleineren Krankenzusatzversicherungen, mit denen gesetzlich Versicherte ihren Krankenversicherungsschutz aufbessern können.

Immerhin sind knapp 60 Prozent der Bevölkerung in Deutschland von einer Sehschwäche betroffen, die eine Sehhilfe wie Brillen oder Kontaktlinsen nötig macht.

Aus diesem Grund kann es sehr sinnvoll sein, eine Brillenversicherung abzuschließen, denn die Kosten für eine Sehhilfe sind häufig hoch und man kann sich als Brillenträger relativ sicher sein, dass man auch zukünftig auf eine Brille oder entsprechende Kontaktlinsen angewiesen ist. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für eine Sehhilfe nur noch, wenn Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren betroffen sind oder wenn eine starke Sehbehinderung vorliegt.

Das ist der Fall, wenn selbst mit der Sehhilfe lediglich noch 30 Prozent des Sehvermögens zur Verfügung stehen. Die meisten Brillenträger müssen ihre Sehhilfen somit aus eigener Tasche bezahlen. Eine private Brillenversicherung erstattet in der Regel einen großen Teil der Kosten für eine neue Sehhilfe, der sich entweder prozentual an den Gesamtkosten orientiert oder einen bestimmten Höchstsatz nicht überschreiten darf.

Die Höhe der Leistung unterscheidet sich dabei von Versicherer zu Versicherer recht stark, so dass sich ein entsprechender Vergleich der einzelnen Versicherungsangebote durchaus lohnen kann. Manche Versicherungen erstatten auch die Kosten für neue Brillen, wenn die alte stark beschädigt oder unauffindbar ist. Das Problem einer Brillenversicherung liegt darin, dass man sie in den seltensten Fällen als Einzelleistung abschließen kann.

Im Regelfall werden Leistungen für Sehhilfen nämlich nur im Paket der Krankenzusatzversicherungen angeboten, so dass man die Kosten für einige andere Leistungen ebenfalls mittragen muss. Da die potenziellen Kosten gerade im Bereich Zahnersatz mit dem Alter ansteigen, erhöht sich der Beitrag für ältere Versicherte entsprechend.

Da die Versicherer davon ausgehen, dass sich die Kosten für eine Sehhilfe relativ gleichbleibend entwickeln, gibt es so gut wie keine Zugangsbeschränkungen für eine Brillenversicherung. Das Problem liegt auch hier hauptsächlich darin, dass es für andere Leistungen der Krankenzusatzversicherungen oftmals Zugangsbeschränkungen gibt, die nicht selten für das gesamte Paket gelten. Damit wird es dann auch schwer, die mit den erwähnten Versicherungen verbundene Brillenversicherung zu bekommen.

Eine Brillenversicherung ist erstmal für jeden Brillenträger interessant, wenn die Konditionen günstig sind. Trotzdem sollte man genau rechnen, ob sich eine solche Investition lohnt, denn wer beispielsweise knapp 60 Euro pro Jahr für eine Brillenversicherung ausgibt und diese nur alle 3 bis 4 Jahre in Anspruch nimmt, hat damit kaum einen Gewinn gemacht und könnte das Geld auch so sparen, um sich später eine Brille zu kaufen.

Wer hier die einzelnen Versicherungen genau studiert und für sich feststellt, ob er die anderen Leistungen ebenfalls gebrauchen kann, hat am Ende die Möglichkeit, die Brillenversicherung sozusagen nebenbei mitzunehmen. In einem solchen Fall lohnt sich der Abschluss einer Krankenzusatzversicherung mit integrierter Brillenversicherung auf jeden Fall. Ist man jedoch gegen die anderen Risiken schon anderweitig abgesichert, oder hat kein Interesse an diesen Leistungen, würde sich ein Abschluss nicht lohnen, weil man dann einen zu hohen Beitrag dafür zahlt, dass man am Ende nur die Brillenversicherung in Anspruch nimmt.
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