Was Urlauber über den Zoll wissen müssen

Von: Max Geißler
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Zoll
Wer keine Überraschungen beim Zoll erleben will, sollte vor Reiseantritt die Bestimmungen lesen. Foto: dpa

Aachen. Eine orientalische Vase, ein guter Tropfen Rotwein oder eine Handtasche, die dem Original lediglich ähnlich sieht: Im Urlaub sitzt das Geld locker, aber nicht alle Mitbringsel sind zollfrei.

Australientouristen fallen nicht selten aus allen Wolken, wenn der Flughafenzoll ihre harmlos scheinenden Pflanzenstiele aus ihrem Handgepäck fischt. Dabei sind das oft sogenannte Bulben, sprich verdickte Blattstiele, die es möglich machen, seltene Orchideen zu züchten. Dann den arglosen Touristen zu mimen, hilft in den seltensten Fällen.

Aus dem gesamten australischen Raum, sprich aus Ozeanien, dürfen weder Orchideen, Kakteen noch Korallen nach Deutschland eingeführt werden, ist auf den Internetseiten des Bundesfinanzministeriums zu lesen.

Einschränkungen bei Nicht-EU-Ländern

Um beim Zoll unangenehm aufzufallen, bedarf es keiner Fernreise, wie der Fall eines Türkeiurlaubers deutlich macht: Im Urlaub wurde seine Brille so stark beschädigt, dass er sich an Ort und Stelle eine neue für 700 Euro anfertigen ließ. In Deutschland gelandet gab er an, er habe nichts zu verzollen.

Nachdem Beamte sein Gepäck durchforsteten kam die Brillen-Rechnung zum Vorschein. Dem Mann wurden 240 Euro an Zollgebühren aufgebrummt, die Klage gegen die Entscheidung wurde zurückgewiesen (FG Düsseldorf, Az. 4K 120/11 Z).

Um vor Überraschungen gefeit zu sein, empfiehlt es sich, bereits vor Reiseantritt die Zollbestimmungen zu lesen. Wer beispielsweise einen kostspieligen iMac aus einem Billigland mitbringen will, auf den wartet in Deutschland eine bittere Überraschung, nämlich dann, wenn plötzlich mehrere hundert Euro Zoll fällig werden.

Waren müssen ab einem Wert von 430 Euro verzollt werden. Wessen Urlaubsland außerhalb der EU liegt, sollte drei Punkte im Blick haben: Kinder bis 15 Jahren dürfen Waren bis 175 Euro zollfrei einführen. Wer älter ist, darf auf dem Landweg 300 Euro zollfrei mitbringen. Bei Einreise per Schiff oder Flugzeug erhöht sich der Freibetrag auf 430 Euro.

Kaum Einschränkungen in der EU

Innerhalb Europas können Touristen weitgehend nach Herzenslust einkaufen. Im Gebiet der Europäischen Union ist der Warenverkehr im Prinzip schrankenlos. Einschränkungen gelten dagegen für Kunst und Antiquitäten, wenn diese zu den geschützten Kulturgütern zählen. Ebenso könnten die Bediensteten vom Zoll kritisch werden, wenn große Mengen an Bargeld oder Schmuck mitgeführt werden.

Das Bundesfinanzministerium macht klar, dass die Art der Wertgegenstände und dessen Wert bei einer Kontrolle mündlich anzuzeigen ist, sobald der Gesamtwert mehr als 10.000 Euro übersteigt. Der Reisende muss erklären, woher das Geld bzw. die Wertgegenstände kommen und wozu sie verwendet werden sollen. Im Falle von Falschangaben müssen Urlauber mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen.

Übrigens gelten seit diesem Jahr neue Bestimmungen: Wer aus Bulgarien, Lettland, Litauen, Ungarn oder Rumänen Zigaretten einführt, kann dies nur noch bis zu einer Menge von 300 Stück steuerfrei tun.

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