Was tun bei einer Falschüberweisung?

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Einmal falsch hingesehen und die Banküberweisung landet nicht auf dem gewünschten Konto, sondern verirrt im Dickicht der Bank. Wie kommen Sie an Ihr Geld?

Anders als früher muss heute jeder, dem eine Falschüberweisung unterläuft, davon ausgehen, dass der Betrag nicht auf dem richtigen Empfängerkonto landet. "Aufgrund rechtlicher Regeln müssen Geldhäuser seit 2009 die Kontonummer nicht mehr mit dem Namen des Empfängers vergleichen", sagt Thomas Bieler von der ING-Diba. Eine Folge aus dieser Veränderung bestehe darin, dass Kunden gegenüber ihrer Bank seither keinen Anspruch mehr auf die Erstattung des fehlgeleiteten Betrags haben.

Schnell handeln

Wer sein Geld zurück will, sollte schnell die Initiative ergreifen. Möglicherweise kann Ihre Hausbank dann die Überweisung noch stoppen. "Fällt der Fehler erst später auf, wird es kompliziert, weil Banken Namen und Anschrift ihrer Kunden ohne deren Zustimmung aus Datenschutzgründen nicht weitergeben dürfen", erklärt Bieler. Da der Auftraggeber der Überweisung Namen und Adresse des unbeabsichtigten Empfängers nicht kenne, bleibe ihm nur eine Möglichkeit: Er muss die Bank des Empfängers direkt anschreiben, den Fall schildern und das Geldinstitut bitten, den Rückforderungsbrief an den Kontoinhaber weiterzuleiten, damit dieser eine Rücküberweisung veranlasst.

Letztes Mittel: Anwalt einschalten

Bleibt eine Reaktion des Empfängers aus, hilft nur noch der Gang zum Rechtsanwalt. Denn der Geldempfänger gilt als "ungerechtfertigt bereichert". Der Begünstigte muss das Geld wieder herausrücken, entschied denn auch das Oberlandesgericht Celle in einem entsprechenden Fall (Az. 3 U 11/05). Dennoch berufen sich viele Empfänger auf die Regelung der "Entreicherung". Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn der Kontoinhaber nichts von der Überweisung bemerkt hat und das Geld schon ausgegeben hat. Diesen Tatbestand akzeptieren die Gerichte jedoch nur in Ausnahmefällen. Problematisch wird es allerdings, wenn Sie als geschädigter Bankkunde Namen und Adresse des Empfängers nicht ermitteln können. Dann kann auch ein Rechtsanwalt nicht mehr weiterhelfen.

Tipp:

Prüfen Sie stets Bankleitzahl, Kontonummer und Betrag, bevor Sie eine Überweisung tätigen. Wenn Sie häufig dem gleichen Empfänger Geld zukommen lassen, empfiehlt es sich eine Übervorlage anzulegen.

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