Was Ruheständler jetzt über ihre Steuerpflichten wissen müssen

Von: Oliver Mest, ddp
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Seit 2009 werden Rentenzahlungen an das Finanzamt gemeldet. Damit ist für viele Rentner die Schonfrist vorbei. Foto: dpa

Berlin. Seit 2009 werden Rentenzahlungen an das Finanzamt gemeldet. Damit ist für viele Rentner die Schonfrist vorbei - und sie müssen sich Gedanken darüber machen, ob ihre Alterseinkünfte eventuell steuerpflichtig sind und sie dem Finanzamt von den Altersbezügen etwas abgeben müssen.

Und das kann seit 2005 leichter passieren als viele wahrscheinlich vermuten. Denn mit der Rentenreform wurde der Besteuerungsanteil der Rente hochgesetzt. Musste ein 65-Jähriger früher nur 27 Prozent seiner Altersrente versteuern, sind es seit 2005 bereits 50 Prozent. Und wer 2009 in Rente geht, der muss sogar 58 Prozent der gesetzlichen Rente versteuern.

Grundsätzlich müssen Steuern aber nur gezahlt werden, wenn die Einkünfte insgesamt oberhalb des Grundfreibetrages liegen - der beträgt bei Alleinstehenden 7664 Euro und bei Ehegatten 15.328 Euro und steigt im kommenden Jahr auf 8004 beziehungsweise 16.008 Euro. Die tatsächlichen Alterseinkünfte können jedoch um einiges höher sein, denn das Finanzamt rechnet die meisten Einkünfte nicht zu 100 Prozent an.

Bei der gesetzlichen Rente sind es aktuell 58 Prozent, die angerechnet werden, ab dem zweiten Jahr bleibt die im ersten Jahr nicht besteuerte Summe lebenslang steuerfrei. Wer also 1000 Euro Rente bekommt, hat einen lebenslangen Freibetrag von 420 Euro, der bei möglichen Rentensteigerungen allerdings nicht mehr mitwächst. Bei privaten Rentenversicherungen werden bei Rentenbeginn mit 65 Jahren lediglich 18 Prozent angerechnet.

Bei der Betriebsrente sind es für Neurentner im Jahr 2009 66,4 Prozent, die das Finanzamt besteuern will. Der Haken an der Sache: Der nicht zu versteuernde Betrag darf maximal 2520 Euro ausmachen. Von Mieteinnahmen sind 66,4 Prozent für das Finanzamt relevant - aber auch hier gilt als Obergrenze ein nicht zu versteuernder Freibetrag von 1596 Euro, der sogenannte Altersentlastungsbetrag, der auch für Arbeitseinkünfte im Alter greift.

Neben den erwähnten Steuervergünstigungen für Rentner gibt es bei der Betriebsrente einen weiteren Bonus: Wer 2009 in Rente geht, kann weitere 756 Euro jährlich steuerfrei bekommen. Insgesamt erhöhen sich diese Sätze für neue Rentnerjahrgänge in den kommenden Jahren allerdings bis zur vollen Versteuerung ohne Freibeträge - nur das Privileg der privaten Rentenversicherung bleibt nach heutigem Stand unangetastet.

Außerdem senken auch gezahlte Versicherungsbeiträge die Steuern: Derzeit können im besten Fall bei Ehepaaren bis zu 4800 Euro geltend gemacht werden - ab 2010 sind Krankenversicherungsbeiträge für Basisleistungen auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung voll absetzbar, weitere Versicherungen jedoch nur noch, wenn die Krankenversicherungen nicht schon den Betrag von 3800 Euro für beide Ehegatten erreichen.

Trotz der neuen Rentenbesteuerung muss jedoch kein „Normalrentner” damit rechnen, dass das Finanzamt von ihm das letzte Hemd haben will. Ein Ehepaar, das 2009 mit einer gemeinsamen Rente von 2600 Euro monatlich in Rente geht, zahlt keinen Cent Einkommenssteuer auf diese Rente. Und selbst bei einer Rente von 3500 Euro werden davon im Monat gerade einmal etwas mehr als 200 Euro einbehalten.
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