Was 2015 für Sparer bringt

Von: Thomas Brummer
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Aachen. Die deutsche Wirtschaft wird im kommenden Jahr zulegen, davon gehen die Volkswirte der Landesbank Hessen-Thüringen aus. Aber gilt das auch für die Erträge stinknormaler Sparer?

Nur noch wenige Tage, dann steht der Jahreswechsel an. Eine bange Frage treibt Sparer um: Was kann ich in Bezug auf Tages- und Festgeld vom Jahr 2015 erwarten? Wird das kommende Jahr nach längerer Zeit wieder im Zeichen des Sparers stehen? Nun für die Chinesen steht das kommende Jahr jedenfalls im Zeichen des Schafes, und für die Hessen -; zumindest für die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die in Frankfurt beheimatet ist -; steht 2015 im Zeichen der Bonsai-Pflanze. Wieso ausgerechnet Bonsai? Nun die Wirtschaft hierzulande dürfte 2015 ähnlich stark wachsen wie 2014. In diesem Jahr wird die Wirtschaftskraft um schätzungsweise 1,4 Prozent zulegen, im kommenden Jahr um weitere 1,3 Prozent, so die Helaba-Schätzung.

Aber auch im Jahr sieben nach Beginn der Finanzkrise kann nicht von einem breiten globalen Aufschwung gesprochen werden, sagt Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Helaba bei der Präsentation der Studie Bonsai: Wachstum ohne Größe. Grund für die geringen Wachstumsraten sei die Finanzmarktkrise, in deren Folge die Politik massiv in die Wirtschaft eingegriffen habe. Damit habe die Politik das Wachstum wohlweislich ausgebremst. Deswegen sehen die Landesbank-Volkswirte Parallelen zur Bonsai-Pflanze, deren Wachstum ebenfalls gelenkt wird und sich nicht frei entfalten kann. Gertrud Traud geht weiterhin von einem geringen Wachstum in Deutschland aus.

Von den anderen europäischen Staaten ist demnach mit kaum Impulsen zu rechnen, gleiches gilt für Japan. Wenig hilfreich sei außerdem das nachlassende Wachstum der ehemaligen Wachstumsgaranten China, Indien und Brasilien. Vielmehr würden bereits in manchen Segmenten dieser Länder schon Blasenbildungen zum Vorschein kommen.

Hoffnung kommt aus den USA

Die USA entpuppen sich derzeit wirtschaftlich gesehen als wahrer Fels in der Brandung. Das kann letzten Endes auch deutschen Sparern über Umwegen zu Gute kommen. Aufgrund des zuletzt hohen Wachstums des Bruttoinlandsprodukts und der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt, rechnen Experten in der Mehrzahl mit einer Anhebung des US-Leitzinses im zweiten Quartal 2015. Die Volkswirte der Helaba gehen einen Schritt weiter und sehen eine Erhöhung bereits bis März. Dieser Effekt kann bis Europa herüberschwappen. Die Logik: Klafft der Zinsunterschied zwischen USA und Europa zu sehr auseinander, ziehen große Anleger ihr Geld in Europa ab, um es trotz Währungsrisiko in Amerika anzulegen.

In der Folge sind auch die Europäer gezwungen mit ihren Zinsen nach oben zu gehen. Ausgerechnet Brüssel könnte dem einen Strich durch die Rechnung machen. Denn die europäische Politik plant -; ähnlich wie das andere große Notenbanken bereits taten -; Staatsanleihen aufzukaufen. Eine Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik sieht anders aus, so dass sich bei diesem Szenario die Zinsen kaum nach oben bewegen dürften. Alles in allem rechnet die Landesbank mit einem leichten Rückgang des Zinsniveaus. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten, in welche Richtung das Zinspendel ausschlägt, sollten Anleger erst einmal auf Sicht fahren. Daher sind Sparer aktuell mit kurzen Laufzeiten am besten beraten. Uneingeschränkt positive Zins-Aussichten haben Haushalte, die 2015 eine Baufinanzierung abschließen möchten.

Am Börsenparkett ist die Luft raus

Glaubt man den Experten der Helaba, so ist an der Börse nicht mehr viel zu verdienen. In erster Linie seien US-Unternehmen gemessen an den tatsächlichen Gewinnen mittlerweile sehr teuer. Der Bereich, in dem sich nach Ansicht von Gertrud Traud der Dax in den kommenden zwölf Monaten bewegen wird, liegt bei 8.300 bis 10.000 Punkten. Schon heute notiert der Leitindex am oberen Ende dieser Bandbreite. Tipp: Sichern Sie Ihre Gewinne mit einem Limit ab. Sollte eine Verkaufsorder ausgelöst werden, kann man das Geld auf einem attraktiven Tagesgeldkonto parken.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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