Wann leistet die private Haftpflicht im Ernstfall?

Von: Klaus Winter
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Auf seinem eigenen Grund und Boden haftet der Eigentümer, falls andere zu Schaden kommen. Aber genügt eine private Haftpflichtversicherung als Schutz?

Bei selbstgenutzten Wohnungen springt die private Haftpflichtversicherung bei Mietern und Eigentümern gleichermaßen ein, wenn ein Schaden durch die Immobilie verursacht wird, so erläutert Martina Faßbender von der Gothaer das Grundprinzip der privaten Haftpflichtversicherung. Mitversichert sind meist auch Wohnungen im europäischen Ausland.

Versicherungsschutz: ein weites Feld

Grundsätzlich hat die Haftpflicht-Police eine Doppelfunktion: Haftpflichtversicherer wehren unberechtigte Ansprüche gegen die Versicherten ab - notfalls vor Gericht - und fungieren damit wie Rechtsschutzversicherungen, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Der Schutz umfasst Wohnimmobilien im weiteren Sinne: Ein Einfamilienhaus - egal ob freistehend, Doppel- oder Reihenhaus - ist ebenso geschützt, wie ein Wochenend- oder Ferienhaus, eine Ferienwohnung und ein fest installierter Wohnwagen. Und auch Haftpflichtschäden, die durch den Garten, einen Kleingarten, einen Swimmingpool oder einen Teich entstehen, werden in aller Regel geschützt, wenn sie privat genutzt werden.

Achtung Mehrfamilienhaus

Auch bei einem Zweifamilienhaus ist die private Haftpflichtversicherung zuständig. Allerdings nur, wenn zumindest eine Einheit des Zweifamilienhauses selbst bewohnt wird - gleiches gilt für die zur Wohneinheit gehörenden Garagen. Bei einer Untervermietung hängt der Schutz aber auch von der jeweiligen Gesellschaft ab, die diese in den Bedingungen explizit mitversichern muss, so Bianca Boss: Ein Punkt, der also vor dem Vertragsschluss geklärt werden sollte.

Ein unbenutztes Grundstück fällt ebenfalls in den Schutz der privaten Haftpflicht - genauso wie ein privat genutzter Bauernhof.

Tipp:

Bei Home-Office vorab klären, ob das Arbeitszimmer in einer selbstgenutzten Immobilie im Schutz der privaten Haftpflicht enthalten ist. Manche Verträge schließen dies aus.

Das gilt bei vermieteten Immobilien

Und bei vermieteten Immobilien? Auch hier kann eine private Haftpflichtversicherung als Schutz gegen Ersatzanspräche völlig ausreichend sein. Sie sollten allerdings in Erfahrung bringen, bis zu welcher Obergrenze vermietete Immobilien noch unter den Schutz fallen. Meist gilt als Grenze eine Vermietung von bis zu zwei Wohneinheiten. Ebenso vorgesehen sein kann eine Jahreshöchstmiete, bis zu der eine private Haftpflichtversicherung einspringt.

Tipp:

Sobald die Anzahl vermietbarer Wohnungen oder die Höchstmiete überschritten wird, entfällt die Mitversicherung. In diesem Fall benötigen sie eine Vermieter-Haftpflichtversicherung.

Gewerbliche Nutzung

Grundsätzlich ausgeschlossen ist die Mitversicherung von Mietobjekten über die private Haftpflicht, wenn Räume gewerblich oder - im Falle von mehr als acht Betten - an Feriengäste vermietet werden. Der Schutz umfasst bei den meisten Versicherern zumindest alle vermieteten Objekte im europäischen Raum - bei Vermietungen außerhalb der EU sollte der Schutz konkret bestätigt werden. Reicht die private Haftpflicht dann nicht mehr aus, benötigen Sie eine spezielle Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. Die deckt dann die Schäden ab, die im Zusammenhang mit vermieteten Immobilien oder Grundstücken entstehen können, erklärt Martina Faßbender.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert