Vor dem Grundstückskauf den Bebauungsplan einsehen

Von: dapd
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Berlin. Auf den ersten Blick scheint es das Traumgrundstück zu sein. Doch auch bei einem scheinbar idealen Areal fürs Eigenheim drohen Tücken beispielsweise durch die Regelungen im Bebauungsplan.

„Um einen Fehlkauf zu vermeiden, sollte man schon bei der Grundstückssuche Hilfe von einem Architekten in Anspruch nehmen”, rät Eva Reinhold-Postina von der Arbeitsgemeinschaft für Bau und Immobilienrecht (ARGE Baurecht) im Deutschen Anwaltverein. Denn dieser kenne in der Regel alle wichtigen Schritte und Stolpersteine auf dem Weg zum Eigenheim.

So sollte man zunächst einen Blick in den Bebauungsplan der Kommune werfen. Darin erfährt man zum Beispiel, ob in der Nähe des Grundstücks ein Gewerbegebiet geplant ist. Der Bebauungsplan gibt auch vor, wie man sein eigenes Haus gestalten darf. „Darin steht beispielsweise, wie groß das Haus sein darf oder wie die Abstände zwischen Haus und Grundstücksgrenzen sein sollen”, sagt die Bauexpertin. Jede Kommune entscheide solche Punkte individuell. Neben dem Bebauungsplan gebe es in manchen Gemeinden noch zusätzliche Gestaltungssatzungen, mit denen die Kommune die Entwicklung eines Ortes steuert. Sie enthalten beispielsweise Vorgaben für einheitliche Einfriedungen sowie Materialwahl und Farbgestaltung. „Jeder Bauherr muss dann entscheiden, ob ihn die Vorgaben in seinem Bauvorhaben einschränken oder ob er die Gegebenheiten mit in seine Planung integrieren möchte”, sagt Reinhold-Postina.

Grundstück zu allen Tageszeiten ansehen

Auch ein Blick in den Verkehrsplan lohnt sich der Expertin zufolge. Denn hier erfahre man, ob Straßen oder Bahnstrecken in der Nähe des Grundstücks geplant sind. Reinhold-Postina empfiehlt überdies, sich das Grundstück zu allen Tageszeiten anzusehen - vor allem auch werktags, wenn der Berufsverkehr im vollen Gange ist. „Außerdem sollte man sich gründlich in der Umgebung umsehen, um später keine bösen Überraschungen zu erleben - etwa wegen Abgasen einer nahe gelegenen Fabrik.” Durch Gespräche mit Nachbarn erfährt man viel über die Atmosphäre im Viertel. Unter Umständen erhält man auch Informationen, mit denen man später den Preis senken kann.

Ein weiterer entscheidender Aspekt bei der Grundstückswahl sei der Zustand des Bodens. Ein Baugrundgutachten gebe Aufschluss darüber, wie die Bodengegebenheiten seien und wie darauf gebaut werden könne. „Stößt man etwa auf Grundwasser, verzichtet man eventuell lieber auf einen Keller und spart somit Kosten”, sagt die Bauexpertin.
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