Vom Zinseszinseffekt profitieren

Von: Max Geißler
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Zinsen
Wer geschickt kalkuliert, kann den Zinseszinseffekt nutzen. Foto: dpa

Aachen. Banken schreiben die Erträge von Festgeld mit mehrjähriger Laufzeit unterschiedlich gut. Bestenfalls gibt es zu Topzinsen einen Zinseszinseffekt hinzu. Oft anzutreffen ist die Zinsansammlung: Dabei wird der Ertrag am Ende der Laufzeit auf einen Schlag ausgeschüttet.

Nachteil: Die jährlich erzielten Zinsen werden zwischenzeitlich nicht angelegt, Anleger profitieren dadurch nicht vom Zinseszinseffekt. Beispiel Renault Bank direkt: Die französische Autobank überweist die Zinsen samt Grundkapital kumuliert am Sparende. Aus 10.000 Euro werden so bei vierjähriger Laufzeit und einem aktuellen Zins von 2,5 Prozent maximal 11.000 Euro. Das gleiche Zinsverfahren bieten auch AKF- und DAB Bank, Fidor Bank sowie die Südtiroler Sparkasse.

Höherer Ertrag durch Wiederanlage

Höherer Ertrag winkt, wenn das gewählte Geldhaus die Zinsen jährlich wieder anlegt. Im Beispielfall mit 2,5 Prozent Zinsen würde der Ertrag auf 1.038 Euro klettern. Leider finden sich am Markt nur wenige Anbieter, die dieses kundenfreundliche Verfahren ermöglichen. Einer ist die Von Essen Bankgesellschaft. Das Essener Geldhaus verzinst den jährlichen Ertrag genauso hoch wie das angelegte Grundkapital, Sparer profitieren so vom Zinseszinseffekt. In gleicher Weise arbeiten viele PSD- und Volksbanken, zum Beispiel die PSD Banken Rhein-Ruhr und Westfalen Lippe sowie die Sparda Bank West.

Jährliche Zinsausschüttung

Der gebräuchlichste Umgang mit dem Festgeld-Ertrag ist die jährliche Zinsausschüttung. Die Mehrzahl der Banken überweist die jährlichen anfallenden Gutschriften auf das Referenzkonto des Sparers, Beispiele hierfür sind Deniz Bank, Grenke Bank, IKB direkt und Santander Direkt Bank. In diesem Fall genießt der Anleger den Vorteil hoher Flexibilität. Er kann selbst entscheiden, was er mit dem Geld macht -; ausgeben oder wieder anlegen. Bei der Wiederanlage empfiehlt sich ein gut verzinstes Tagesgeldkonto, damit der Zinseszinseffekt auch spürbar ausfällt. Topkonditionen bieten derzeit zum Beispiel Advanzia Bank mit 2,47 Prozent Zinsen, Rabo direct mit 1,65 Prozent und Moneyou mit 1,55 Prozent.

Bei Festgeld mit längerer Laufzeit finden sich einzelne Geldhäuser, die mehrfach im Jahr Zinsen zahlen. Üblich sind quartalsweise oder monatliche Zinsgutschriften. Klingt gut -; ist aber nicht unbedingt gewinnbringend. Grund: Die Banken berechnen hierfür häufig Zinsabschläge. Ein Beispiel hierfür ist die VTB Bank, die bei monatlicher Zinsgutschrift die Verzinsung um 0,05 Prozent verringert. Kundenfreundlicher zeigt sich die Credit Europe Bank. Die niederländische Direktbank offeriert für Laufzeiten von sieben und zehn Jahren Festgeld mit monatlicher Zinszahlung und erhebt darauf keinen Zinsabschlag.

 

Tipp:

Beim Konditionenvergleich sollten Sie vorrangig auf hohe Guthabenzinsen achten. Es nützt wenig, wenn die Bank zwar den Ertrag wieder anlegt und Sie vom Zinseszins profitieren, der Gesamtertrag aber geringer ausfällt als bei einem Topanbieter ohne Zinseszinseffekt. Unser Festgeldvergleich informiert Sie über Guthabenzinsen und Nebenbedingungen.

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