Vom Nutzen einer Insassen-Unfallversicherung

Von: Oliver Mest, ddp
Letzte Aktualisierung:

Hamburg. Die Insassen-Unfallversicherung wurde für Autofahrer konzipiert, die Personenschäden infolge eines Autounfalls absichern möchten.

Sie gehört heute zu den beliebtesten Versicherungen überhaupt, denn in Deutschland haben etwa vier Millionen Menschen eine Insassen-Unfallversicherung abgeschlossen.

Dabei ist die Insassen-Unfallversicherung Experten zufolge fast überflüssig, weil ihre Leistungen bereits von anderen Versicherungen abgedeckt werden.

Da beispielsweise jeder Autofahrer gesetzlich zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung verpflichtet ist, sind die Insassen eines Fahrzeugs bei Fahrerverschulden immer ausreichend abgesichert.

Wird ein Unfall durch einen anderen Pkw verschuldet, zahlt darüber hinaus natürlich die Kfz-Haftpflicht des anderen Fahrzeughalters die Kosten.

Seit Mitte 2002 muss eine Kfz-Haftpflicht zudem auch zahlen, wenn ein Unfall durch ein sogenanntes „unabwendbares Ereignis” wie zum Beispiel Wildwechsel oder Reifenplatzer zahlen, so dass die Insassen eines Fahrzeugs auch ohne eine Insassen-Unfallversicherung sehr gut geschützt sind.

Ist man zudem Inhaber einer Berufsunfähigkeitsversicherung, zahlt diese im Invaliditätsfall den Verdienstausfall und ersetzt damit einen weiteren Leistungsbaustein der Insassen-Unfallversicherung.

Natürlich sind die Beiträge einer Berufsunfähigkeitsversicherung merklich höher als die einer Insassen-Unfallversicherung, aber eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man sowieso besitzen, weil die Berufsunfähigkeit jeden Menschen aus heiterem Himmel treffen kann und man ohne einen entsprechenden Schutz starke finanzielle Einbußen hinnehmen muss.

Man kann also sagen, dass man mit einer Standard-Versicherung nebenbei einen Teil der Insassen-Unfallversicherung abdeckt.

Der einzige Fall, den fast nur eine Insassen-Unfallversicherung abdeckt, besteht darin, wenn ein nicht versicherter Fahrradfahrer einen Unfall verursacht und deshalb Insassen in einem Fahrzeug zu Schaden kommen. Normalerweise ist zwar der Fahrradfahrer haftbar zu machen, doch kann dieser ohne eine Haftpflichtversicherung die hohen Kosten für Personenschäden oft nicht bezahlen, wohingegen eine Insassen-Unfallversicherung auch dann einspringt. Als Alternative zur Insassen-Unfallversicherung könnte man jedoch auch einfach seine Privat-Haftpflicht mit einer Forderungsausfalldeckung ausstatten, so dass diese die Zahlung der Versicherungsleistung des Radfahrers übernimmt, wenn der zahlungsunfähig ist.

Auch wenn die Insassen-Unfallversicherung bei Verschuldung eines Unfalls durch den Versicherten selbst zahlt, gibt es durchaus Leistungsausschlüsse, die man beachten sollte. Dazu gehören unter anderem plötzliche Nervenleiden wie Epilepsie und Schlaganfall, aber auch das Fahren unter Alkoholeinfluss.

Verständlicherweise werden natürlich auch Fahrzeugdiebe nicht abgesichert, wenn sie ein versichertes Fahrzeug stehlen und damit einen Unfall verursachen. Fahrer ohne Fahrerlaubnis sind ebenfalls nicht vom Versicherungsschutz der Insassen-Unfallversicherung betroffen, so dass es sehr teuer werden kann, wenn sich eines der Kinder des Versicherten ohne Führerschein heimlich den Wagen des Versicherten nimmt und damit Personenschäden verursacht.
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