Vom Hörsaal in die Chefetage

Von: Maria da Silva, dapd
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Wien/Würzburg. Viele Studienabgänger freuen sich auf ihren ersten Job. Allerdings ist nicht jedem Absolventen klar, wie er den Einstieg in die Berufswelt schaffen soll. „Manche wissen nicht, was sie mit ihrem Studium überhaupt anfangen können. Andere haben sehr konkrete Ziele, aber keine Ahnung, wie sie dorthin gelangen können”, weiß Thomas Wagner vom Hochschulteam der Agentur für Arbeit Würzburg.

Wichtig sei, dass man rechtzeitig mit der Jobsuche anfange - also schon vor Ende des Studiums. „Auch wenn die Bewerbungsphase dadurch mit der Prüfungsphase kollidiert, sollte man sich zu diesem Engagement motivieren”, sagt der Arbeitsvermittler.

Er empfiehlt, spätestens vier Monate vor Ende des Studiums eine erste Beratung bei der Agentur für Arbeit in Anspruch zu nehmen. Dort bekomme man nicht nur fachlichen Rat, sondern unter Umständen auch finanzielle Unterstützung für Bewerbungsmappen und Fahrten zu Vorstellungsgesprächen.

Den eigenen Marktwert ermitteln

Bevor man sich auf die Jobsuche begibt, sollte man eine genaue Vorstellung davon haben, was man potenziellen Arbeitgebern zu bieten hat.

„Viele Absolventen können ihren Marktwert nicht richtig definieren”, sagt Elfriede Gerdenits, Karriere-Coach aus Wien. Sie empfiehlt Betroffenen daher, sich Gedanken darüber zu machen, welches Fachwissen sie mitbringen und über welche Softskills sie verfügen.

Dabei sei es hilfreich, auch die Meinungen anderer einzuholen. „Man notiert dafür die Qualitäten, von denen man gerne wissen würde, wie ausgeprägt sie bei einem vorhanden sind - beispielsweise Offenheit, Engagement, Kommunikationsfähigkeit”, erklärt die Autorin verschiedener Ratgeber zum Thema Bewerbung und Berufseinstieg.

Diese Liste vervielfältige man und bitte Freunde und Bekannte darum, die Ausprägung der jeweiligen Eigenschaften mit Schulnoten von eins bis sechs zu bewerten. „Dabei sollte man nicht nur die liebsten Freunde einbeziehen, sondern auch Menschen, die einem eher kritisch gegenüberstehen”, betont Gerdenits.

Aus der Quersumme der Bewertungen ergebe sich ein sehr klares Bild der eigenen Stärken und Schwächen. Oft steige dadurch auch das Selbstvertrauen junger Berufseinsteiger, wenn sie merkten, dass sie sich selbst unterschätzt haben.

Ausführliche Unternehmensrecherche

Wichtig sei auch, sich ausführlich mit den potenziellen Arbeitgebern auseinanderzusetzen. Man könne sich beispielsweise in Wirtschaftsmedien informieren, die Liste der Top 500 einer Branche durchgehen und sich in der Region umschauen. „Das ist Arbeit - aber es lohnt sich, sich die Zeit dafür zu nehmen”, sagt Gerdenits. Eine detaillierte Unternehmensrecherche liefere Material für die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch.

Absolventenstellen werden selten ausgeschrieben

Beim Durchlesen des Stellenmarkts bekommen Einsteiger oft den Eindruck, dass nur Bewerber mit Berufserfahrung gesucht werden. „Dabei haben die Unternehmen durchaus auch Stellen für Absolventen - sie schreiben sie nur selten aus, weil sie in diesem Bereich ohnehin viele Initiativbewerbungen bekommen”, sagt Thomas Wagner.

Beide Experten raten Berufseinsteigern daher dringend, sich bei der Jobsuche nicht nur auf Annoncen zu konzentrieren, sondern auch Initiativbewerbungen zu versenden.

„Am besten ruft man vorher in der Personalabteilung des Unternehmens an, um zu erfragen, ob es grundsätzlich Jobs für Absolventen gibt”, rät Wagner. In seiner Bewerbung könne man sich dann auf dieses Telefonat beziehen - und erhalte so mehr Aufmerksamkeit.

„Man kann auch Unternehmen anrufen, die Stellen für Berufserfahrene ausgeschrieben haben, und erfragen, ob dort auch Absolventenbewerbungen willkommen sind”, sagt der Experte.

Auch wenn man sich frühzeitig kümmert, bekommt nicht jeder gleich im Anschluss an sein Studium einen Arbeitsvertrag. Eine Wartezeit könne man gut mit Ehrenämtern oder Auslandsaufenthalten überbrücken, sagt Elfriede Gerdenits. „Auch Praktika oder Fortbildungen kann man während dieser Zeit absolvieren.

Wichtig ist, dass man seinen Lebenslauf mit sinnvollen Tätigkeiten füllt”, sagt Thomas Wagner. Manchmal sei auch eine Zusatzqualifikation zum Studienabschluss sinnvoll, die unter Umständen von der Agentur für Arbeit finanziell unterstützt werden könne.
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