Volltilgerdarlehen lässt Zinsen purzeln

Von: Max Geißler
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Aachen. Bauherren wissen: Auf eine preiswerte Finanzierung kommt es an. Doch welches Darlehen ist auch wirklich günstig? Hier erfahren Sie es:

Der Großteil der Immobilienkäufer entscheidet sich bei der Baufinanzierung für ein klassisches Baudarlehen mit einer Zinsbindung über zehn oder fünfzehn Jahre. Um die Kreditraten im Rahmen zu halten, wird die Anfangstilgung oft auf zwei oder drei Prozent festgelegt. Eine solche Tilgungsleistung ist aber häufig nicht ausreichend, will man am Kreditende schuldenfrei dastehen. Bei einer anfänglichen Tilgungsrate von drei Prozent ist ein Baukredit nach fünfzehn Jahren lediglich zur Hälfte zurückgeführt. Für die ausstehende Summe braucht der Eigentümer ein Anschlussdarlehen. Das Problem ist aber, dass nach zehn oder fünfzehn Jahren die Bauzinsen wesentlich höher sein können als heute. So können sich die Monatsraten trotz geringerer Restschuld erhöhen.

Volltilgerdarlehen verhelfen zum ruhigen Schlaf

Häuslebauer, die besonders ruhig schlafen möchten, setzen auf Sicherheit. Das Stichwort lautet hierbei Volltilgerdarlehen. Diese Form der Komplettfinanzierung bietet absolute Planungssicherheit, denn am Ende der Kreditlaufzeit ist der Bauherr garantiert schuldenfrei. Die Darlehensraten sind so kalkuliert, dass die Kreditschuld komplett abgetragen wird. Doch dazu sollte man über ein solides und stabiles Einkommen verfügen, denn Volltilgerdarlehen erfordern Tilgungsleistungen, die über den herkömmlichen Tilgungsrahmen hinausgehen.

Ein Beispiel: Sie brauchen einen Baukredit über 250.000 Euro. Um langfristig in den Genuss niedriger Zinsen zu kommen, entscheiden Sie sich für eine zwanzigjährige Zinsbindung. Wie Baufinanzierungsvergleiche zeigen, kostet Sie das bei drei Prozent Anfangstilgung bei günstigen Anbietern wie Allianz, National Bank (Rhein Ruhr) oder Huk Coburg gut 1100 Euro im Monat. Wählen Sie dagegen die Volltilgung, erhöht sich die Monatsrate bei zum Beispiel Dr. Klein und Allianz auf rund 1300 Euro, bei Axa auf circa 1350 Euro.

Volltilgerdarlehen senkt Zinsbelastung

Eine hohe Tilgungsleistung bringt etliche Vorteile: Neben der Planungssicherheit profitieren Immobilienkäufer in erster Linie von geringeren Zinsbelastungen. Zum einen lassen dann die Banken häufig das eine oder andere Zehntel bei den Zinsen nach, wodurch die Monatsraten günstiger werden. Zum anderen sinken die insgesamt zu zahlenden Zinsen. So kosten die eigenen vier Wände wesentlich weniger. Zurück zu unserem Beispiel: Wird nach der zwanzigjährigen Erstfinanzierung der Restkredit mittels einer zehnjährigen Anschlussfinanzierung zu 4,0 Prozent vollständig getilgt, so resultieren Zinskosten von etwa 88.000 Euro. Dem gegenüber steht die Variante mit dem Volltilgerdarlehen. Die Zinskosten belaufen sich hier auf 62.000 Euro - 16.000 Euro gespart.

Fazit: Ein Volltilgerdarlehen führt zu höheren monatlichen Raten, senkt aber die Gesamtkosten der Baufinanzierung. Ob diese Finanzierungsform in Ihrem konkreten Fall die richtige Wahl ist, sollten Sie mit einem Experten erörtern.

 

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