Viele Angebote, wenig Transparenz

Von: Annette Jäger
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Ein Großteil der Kassen bezus
Ein Großteil der Kassen bezuschusst Gesundheitskurse, wie zum Beispiel Rückenschule. Foto: Stock/Jochen Tack

Aachen. Mehrere Hundert Euro im Jahr an Ausgaben für die Gesundheit sparen - wie ist das möglich? „Man muss die Zusatzleistungen der Krankenkassen durchforsten”, sagt Kai Vogel, Gesundheitsexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Düsseldorf.

In Zeiten des Einheitsbeitragssatzes von 15,5 Prozent versuchen sich die gesetzlichen Krankenkassen durch Extraleistungen, die über den vorgeschriebenen Leistungskatalog hinausgehen, auf dem Markt zu positionieren und Kunden zu gewinnen. „Da ist gerade viel Bewegung drin. Die einen streichen Extras, um einen Zusatzbeitrag zu vermeiden, andere kreieren attraktive Sparmöglichkeiten”, erklärt Vogel. Passt das Angebot zum individuellen Gesundheitszustand, kann das Sparpotenzial über 300 Euro im Jahr ausmachen.

Wo findet man Angebote? Zusatzleistungen haben die insgesamt 150 Krankenkassen viele im Programm, doch es mangelt an Transparenz. Das Marketing überdeckt so manch gute Sparmöglichkeit. Geworben wird viel mit Extras für junge und gesunde Menschen, denn die möchte man gerne als Mitglieder gewinnen. Dabei rücken Angebote für kranke Menschen in den Hintergrund. Im Internet gibt es Suchfunktionen, um die passende Krankenkasse herauszufiltern oder man klickt sich durch deren Webseiten. „Eine Rückfrage bei der Kasse, ob das Angebot auch noch gültig ist, lohnt sich”, sagt Vogel. Denn derzeit wird ständig gestrichen und neu erfunden.

Reiseschutzimpfungen: Sparpotenzial liegt bei Impfungen. Manche Kassen übernehmen die Kosten für Reiseschutzimpfungen. Wer viel ins Ausland reist, weiß, dass da schnell einige Hundert Euro zusammenkommen. Die Techniker Krankenkasse und die Deutsche BKK beispielsweise übernehmen die Kosten für sämtliche empfohlene Reiseimpfungen von Hepatitis A und B bis Gelbfieber und Typhus. Die Techniker bezahlt sogar eine spezielle Malariaprophylaxe in Tablettenform.

Zahnbehandlung: Bisher war eine private Zusatzversicherung eine der wenigen Möglichkeiten, die Eigenleistungen bei den Kosten für Zahnersatz oder Zahnreinigung zu senken. Inzwischen bieten viele Kassen in diesem Bereich Vergünstigungen an. Es gibt Festpreise für Implantate und Kronen (zum Beispiel KKH Allianz) oder einen Zuschuss zur Zahnreinigung (zum Beispiel IKK Classic, AOK Bayern). Allerdings muss man meist den Zahnarzt wechseln, denn das Extra gibt es nur in Praxen, mit denen spezielle Verträge ausgehandelt wurden. „Hier sollte man genau die Bedingungen prüfen, wann und in welchem Umfang Kosten getragen werden”, rät Vogel.

Gesundheitskurse: Besucht jemand regelmäßig die Rückenschule oder macht Yoga, kann man sich bei vielen Kassen die Kursgebühr bezuschussen lassen. Viele Kassen bieten sogar eigene Kurse an - die Kostenerstattung dafür liegt dann oft bei 100 Prozent. Sucht man andere Anbieter auf, muss ein qualifizierter Trainer den Kurs leiten. Dann erstatten viele Kassen bis 90 Prozent der Kursgebühr, maximal rund 80 Euro pro Kurs. Bezuschusst werden zwei Kurse im Jahr.

Andere Extras: Einige Kassen bieten zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen im Bereich Hautkrebsscreening oder Extra-Checks für Kinder und Jugendliche an. Für chronisch Kranke können besondere Behandlungsprogramme interessant sein. Zusätzliche Leistungen bei Haushaltshilfe und Krankenpflege sind vor allem für Alleinlebende von Interesse, weil sie im Krankheitsfall mehr Unterstützung bekommen.

Fazit: Es gibt keine guten oder schlechten Kassen, vielmehr sind es individuelle Faktoren, die die Kassenwahl beeinflussen sollten.
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