Versicherung darf Schaden ohne Zustimmung regulieren

Von: dpa
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München. Eine Auto-Versicherung kann den Unfallschaden eines Versicherten auch ohne dessen Einverständnis regulieren.

Das hat das Amtsgericht München in einem am Montag veröffentlichten Urteil klargestellt. Im vorliegenden Fall hatte ein Autofahrer einen Auffahrunfall verursacht, die eigentliche Schuld aber bei seinem Vordermann gesehen.

Trotz seines Widerspruchs leistete seine Versicherung Schadenersatz in Höhe von knapp 1000 Euro. Als die Versicherung dann dem Unfallverursacher höhere Beiträge ankündigte, klagte dieser - jedoch ohne Erfolg.

Die Richterin stellte klar, dass die Versicherung die ordnungsgemäßen Grenzen ihres Ermessensspielraumes nicht überschritt. Es sei nicht zu beanstanden, dass sie sich unter Abwägung aller Umstände nicht auf einen sehr ungewissen Prozess um die Unfallschuld einlassen wollte. Zudem hätte in jedem Fall mindestens ein Mitverschulden des Klägers vorgelegen, betonte das Gericht (Az.: 343 C 27107/09). Der Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Unfallverursacher hatte vor etwa zwei Jahren die Tiefgarage des Münchner Fußballstadions ohne bezahltes Parkticket verlassen wollen. Die Lichtschranke am Ausgang kann dabei nur ausgetrickst werden, wenn man sich ganz dicht an den Vordermann hängt - dann können auch zwei Autofahrer die Garage mit nur einem Ticket verlassen. Der spätere Kläger bat seinen Vordermann, sich eng an ihn hängen zu dürfen. Obwohl dieser das ablehnte, folgte der Hintermann ihm in kurzem Abstand. Als der vordere Wagen kurz nach der Lichtschranke abbremste, fuhr ihm der spätere Kläger auf.

Vergeblich argumentierte der Mann, die eigentliche Schuld liege in einem absichtlichen Bremsmanöver des Vordermanns. Deshalb habe seine Versicherung den Schaden nicht begleichen und ihn nicht höherstufen dürfen. Doch der Kläger wurde nun auch vom Gericht ausgebremst.

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