Urlaub mit dem Auto: So macht mans richtig

Von: Norbert Michulsky, ddp
Letzte Aktualisierung:
urlaub mit auto
Nicht einfach vollstopfen: Falsch verstautes Gepäck kann während der Fahrt zur Gefahr werden. Foto: dpa

Bonn. 54,7 Prozent der Urlaubsfahrten werden mit dem Auto unternommen, hat ADAC-Statistiker Wolfgang Steichele errechnet, und entsprechend machen sich in den nächsten Tagen und Wochen Millionen von Bundesbürgern mit ihrem Wagen auf den Weg in die Ferien.

„Damit die Fahrt in den Urlaub entspannt verläuft, sollte sie gründlich vorbereitet sein”, legt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) allen Auto-Urlaubern ans Herz.

Um die technische Sicherheit zu gewährleisten, empfiehlt der DVR zunächst einen gründlichen Fahrzeug-Check. Dabei sollten Bremsanlage, Bremsflüssigkeit, Ölstand, Scheibenwaschanlage, Kühlwasser, Elektrik, Reifendruck und Profiltiefe (inklusive Reserverad), Stoßdämpfer sowie die Beleuchtung fachmännisch in der Werkstatt geprüft werden. Zahlreiche Werkstätten bieten in der Reisezeit spezielle Urlaubsaktionen für eine umfassende Prüfung an.

Das Gepäck sollte bei Beachtung der Zuladungsgrenzen sicher verstaut werden. Lose im Innenraum gelagerte Gegenstände können bei einer Vollbremsung zum Geschoss werden. Warndreieck und Verbandskasten - auf Verfallsdatum achten - müssen im Notfall schnell zur Hand sein.

Dachgepäckträger müssen sicher montiert sein. Das Gewicht darf die zulässige Dachlast nicht überschreiten. Wer Lasten auf dem Dach transportiert, sollte beachten, dass sich das Fahrverhalten ändert und der Spritverbrauch um bis zu 20 Prozent steigen kann. Außerdem ist je nach Zuladung ein anderer Reifendruck nötig. Die Werte finden sich in der Tankklappe oder im Türpfosten auf der Fahrerseite. Ratsam ist außerdem, Warnweste, die in einigen Ländern Pflicht ist, Abschleppseil, Starthilfekabel und eine Taschenlampe an Bord zu haben.

„Zu einer guten Reiseplanung gehört auch, sich über die Verkehrsregeln und die vorgeschriebene Fahrzeugausstattung im Urlaubsland zu informieren”, sagt Rademacher. Das vermeide Ärger und schone die Urlaubskasse. Auskunft darüber, was man beachten sollte, gibt es auf den Web-Seiten der Automobilclubs.

Der Fahrer sollte sich fit und ausgeruht ans Steuer setzen. Besonders bei längeren Touren sollte alle zwei Stunden eine Pause von 20 bis 25 Minuten eingelegt werden. „Noch immer wird der Faktor Müdigkeit als Unfallursache unterschätzt”, schildert Rademacher seine Beobachtungen. Dabei ist nach Schätzung von Experten jeder vierte Unfall auf Übermüdung am Steuer zurückzuführen. Sind Kinder mit auf Reisen, empfehlen sich ohnehin häufigere Pausen. Spielsachen für die Kleinen sollten griffbereit sein, um die lange Reise unterhaltsamer zu gestalten.

Zu den Selbstverständlichkeiten bei der Fahrtvorbereitung zählt schließlich noch, an Verpflegung zu denken. „Was Sie essen, ist nicht so wichtig”, beschreibt der Lebensmittelfachmann Udo Pollmer seine Ernährungsprämisse für unterwegs: „Wichtig ist, dass die Verkehrssicherheit nicht leidet.” Wenn also kein Beifahrer die Nahrungsaufnahme portioniere, sollte man vor Fahrtantritt passende Häppchen präparieren und auf alles verzichten, was kleckern oder tropfen könnte.

Von starren Ernährungstipps hält Pollmer wenig. „Nur wer satt ist, kann sich konzentrieren; wer Hunger hat, wird unruhig”, mahnt er. Man sollte auch auf der langen Fahrt in den Urlaub das essen, was einem schmeckt und was sättigt - nur eben nicht zu viel. Vor allem aber ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Mineralwasser, Fruchtsaftschorle oder Tee sind erfrischende Durstlöscher.

Wer gut vorbereitet und ohne Zeitdruck startet und die Anreise bereits gelassen als Teil des Urlaubs betrachtet, hat die besten Chancen, sicher und entspannt ans ferne Ziel zu kommen. „Anders starten, lautet die erste Regel für eine stressfreie Fahrt”, sagt Heidi Atzler vom TÜV Süd: „Nicht mit der Masse der Urlauber losfahren.”

Aber das ist leichter gesagt als getan. „Wer Ferienstarttermine abgleicht, Stauprognosen aufmerksam verfolgt und eine eher ungewöhnliche Reisezeit wählt, kann es schaffen”, meint die TÜV-Mitarbeiterin. Also lieber am Dienstag starten als am letzten Schultag vor den Ferien. Wer mit Nachtfahrten kein Problem habe, könne hier antizyklisch noch eins draufpacken.

„Eine Garantie, ohne Stau durchzukommen, gibt es natürlich nicht. Deshalb sollte man sich schon vor dem Start darauf einstellen, dass es einen treffen kann. Dann bleibt man im Falle eines Falles ruhiger”, empfiehlt Gerhard Laub. Er ist Verkehrspsychologe beim TÜV Süd und warnt vor einem weiteren klassischen Fehler: Raus aus dem Büro, das Urlaubsgepäck verstaut, und auf geht es. Da seien Stress und Hektik vorprogrammiert. „Lieber noch einen Tag daheim verbringen, gemütlich packen und schon mal Pläne für den Urlaubsort schmieden”, empfiehlt Laub.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert