Unabhängige Beratung bei Versicherungen

Von: Oliver Mest, ddp
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Hamburg. Wer einen Versicherungsvertrag abschließen möchte oder muss, der macht das entweder im Internet oder mithilfe eines Maklers oder Vertreters. Eine wirklich unabhängige Beratung ist dabei zumeist nicht zu erwarten.

Im Internet fehlt es an Ansprechpartnern und beim Makler oder Verkäufer stehen umfassenden Informationen allzu oft Provisionsinteressen im Weg.

Denn Vertreter verdienen in aller Regel nun einmal daran, Policen zu verkaufen. Bei einer Beratung ohne Unterschrift unter einen Vertrag zu beraten verdienen sie hingegen nichts.

Wer eine Kollision seiner Anliegen mit den Provisionsinteressen des Verkäufers verhindern will, geht zu einem Versicherungsberater. Da eine solche Beratung eine Rechtsberatung ist, darf Versicherungsberater nur werden, wer eine Erlaubnis vom zuständigen Amts- oder Landgerichtspräsidenten erhalten hat.

Dabei ist die Aufgabe des Versicherungsberaters klar umrissen: Er hilft bei der Auswahl des notwendigen und passenden Versicherungsschutzes, sucht für seine Mandanten günstige Versicherungsunternehmen und unterstützt im Schadenfall.

Im Unterschied zu klassischen Vertretern und den meisten Maklern darf er von den Versicherungsgesellschaften keine Provision oder Courtage annehmen. Damit soll gewährleistet sein, dass sie unabhängig und neutral in ihrer Beratung sind. Die Berater zeichnen sich außerdem durch ein besonders hohes Maß an Fachkenntnissen aus, denn ohne Prüfung der fachlichen Kenntnisse erfolgt keine Erlaubnis durch das zuständige Gericht.

Der vermeintliche Nachteil besteht allerdings darin, dass wer die Dienste in Anspruch nehmen will, zahlen muss. Die Berater rechnen ähnlich wie Anwälte oder Steuerberater nach dem tatsächlichen Beratungsaufwand ab und orientieren sich dabei an der Gebührenordnung für Rechtsanwälte. Bei einer umfangreichen Beratung können so Kosten zwischen 150 und 300 Euro entstehen.

Nicht wenig Geld, mag so mancher gleich sagen. Tatsächlich lohnt sich der Aufwand am ehesten bei teureren und langlaufenden Versicherungen, beispielsweise bei privaten Krankenversicherungen. Der Abschluss eines solchen Vertrages ist oft eine Entscheidung fürs Leben, denn ein Wechsel ist meist nicht mehr möglich oder sinnvoll.

Daher ist es bei diesem Schutz besonders wichtig, den optimalen Vertrag zu besten Konditionen zu erhalten. Und bei Jahresprämien von 2000 bis 6000 Euro, die ein Leben lang fällig werden, nehmen sich ein paar Hundert Euro Gebühren für den Versicherungsberater bescheiden aus.

Ebenfalls sinnvoll ist eine Versicherungsberatung beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Der auf die individuelle Situation passende Schutz ist nämlich extrem schwer zu bekommen - vor allem zu einem günstigen Preis. Hier hilft ein Berater, der am ehesten den Durchblick im Dschungel der Tarif- und Versicherungsbedingungen hat.

Und wem die Gebühren zu hoch erscheinen, der sollte daran denken, dass auch beim Vertreter oder Makler in aller Regel eine Gebühr zu zahlen ist - in Form der Provision für die Vermittlung. Die ist mit den monatlichen Versicherungsprämien Stück für Stück zu bezahlen. Kostenlos ist die Beratung oder Betreuung also auch beim klassischen Versicherungsvertreter nicht.

Bei einer einfachen Hausrat- oder Haftpflichtversicherung übrigens lohnt sich der finanzielle Aufwand für eine Versicherungsberatung meist nicht, denn die möglichen Prämienersparnisse sind zu gering. Auch die Verträge sind mittlerweile so einheitlich gestaltet, dass eine umfassende Beratung in den meisten Fällen nicht nötig ist.
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