Aachen - Übergangspflege: Hilfe nach dem Klinikaufenthalt

Übergangspflege: Hilfe nach dem Klinikaufenthalt

Von: Rolf Winkel
Letzte Aktualisierung:
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Seit diesem Jahr gibt es - ohne Zusatzkosten - die sogenannte Übergangspflege. Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Aachen. Wer aus dem Krankenhaus entlassen wird, ist oftmals noch auf Hilfe angewiesen. Mit der sogenannten Übergangspflege können Versicherte Haushaltshilfe oder häufliche Plfege beanspruchen.

Übergangspflege seit Anfang 2016

Seit diesem Jahr gibt es - ohne Zusatzkosten - die sogenannte Übergangspflege. Sie wird Patienten gewährt, die nach einer Entlassung aus dem Krankenhaus, einer ambulanten Operation sowie anstrengenden Behandlungen - etwa einer Chemotherapie - übergangsweise Hilfe brauchen, aber nicht pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung sind.

Die neue Übergangspflege wird nur bei einer schweren Krankheit oder einer akuten „Verschlimmerung einer Krankheit" bewilligt. Eine solche Krankheitssituation liegt - so dem gesetzlichen Wortlaut nach - dann vor, wenn die Betroffenen sich „im Hinblick auf die erheblichen Auswirkungen der Behandlungen zuhause nicht selbst pflegen und versorgen können". Dan besteht ein Anspruch auf folgende Leistungen:

Haushaltshilfe

Diese Hilfe - etwa beim Einkaufen, Waschen oder Putzen - wird Betroffenen für vier Wochen gewährt, wenn keine andere Person im Haushalt lebt, die sich um den Haushalt kümmern kann. Lebt im Haushalt ein Kind unter zwölf Jahren oder ein Kind mit Behinderung, gilt der Leistungsanspruch sogar für maximal 26 Wochen. Versicherte müssen die Leistung bei ihrer Krankenkasse beantragen - und zwar mit einer ärztlichen Erforderlichkeitsbescheinigung.

Darin soll - so erklärt Wolfgang Buschfort von der Knappschaft - der Grund des Bedarfs an Haushaltshilfe, der Umfang des Unterstützungsbedarfs und die voraussichtliche Dauer der erforderlichen Maßnahme enthalten sein. Über den Antrag auf eine Haushaltshilfe entscheiden die Kassen in der Regel schriftlich per Bescheid.

Häusliche Pflege

Im Bedarfsfall haben Versicherte nun Anspruch auf bis zu vier Wochen häusliche Pflege - also etwa auf Hilfe bei der Körperpflege, beim Essen und Trinken, Aufstehen, Anziehen und dem Toilettengang sowie hauswirtschaftliche Hilfen. In begründeten Ausnahmefällen gibt es diese Leistung nach Zustimmung des Medizinischen Dienstes auch für längere Zeit. Häusliche Pflege wird vom behandelnden Krankenhaus für bis zu sieben Tage verschrieben. Danach ist eine weitere Verschreibung durch den behandelnden Arzt notwendig.

Kurzzeitpflege

Reichen Haushaltshilfen und häusliche Pflege nicht aus, so haben die Betroffenen Anspruch auf Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung. Dies gilt für maximal acht Wochen. Übernommen werden dabei Pflegekosten von bis zu 1.612 Euro. Geregelt ist dies im neuen Paragrafen 39c des Sozialgesetzbuches V („Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit"). Die Leistung können Pflegeheime oder anerkannte Kurzzeitpflegeeinrichtungen erbringen. Die Kurzzeitpflege (Übergangspflege) muss bei der Krankenkasse beantragt werden. Dabei muss eine Erforderlichkeitsbescheinigung des Krankenhauses vorgelegt werden.

 

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