TÜV für Finanzdienstleistungen geplant

Von: Rasmus Buchsteiner
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Berlin. Es geht um riesige Summen: Bis zu 30 Milliarden Euro verlieren Anleger in Deutschland jährlich als Folge schlechter Beratung, so eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums.

Verluste wegen der Finanzkrise, Defizite in der Anlageberatung - die Politik erkennt den Handlungsbedarf und arbeitet an schärferen Regeln für Finanzdienstleistungen. Noch werden in der Koalition verschiedene Modelle geprüft und mit der Banken- und Versicherungsbranche diskutiert. „Wir wollen bei der Beratung bessere Standards”, umschreibt Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) die Zielstellung.

Doch auch nach einer Fachtagung am Dienstag in Berlin bleiben Art und Ausgestaltung eines möglichen TÜV für Finanzprodukte offen. Zu viele Fragen sind noch unbeantwortet. Aigner steht den Überlegungen denn auch skeptisch gegenüber.

So müsse geklärt werden, wann ein Finanzprodukt überhaupt als unbedenklich eingestuft werden könne, verweist sie auf das Beispiel Lehman Brothers.

Zertifikate des inzwischen insolventen Instituts hätten wenige Tage vor dessen Zusammenbruch noch hervorragende Bewertungen erhalten. Entscheidend sei auch die Frage, mit welchen Haftungsregeln ein Finanz-TÜV - als vom Markt unabhängige Institution - verbunden würde.

So setzen Regierung und Koalition zunächst einmal auf andere Maßnahmen zur Stärkung des Anlegerschutzes. Einiges ist bereits auf den Weg gebracht: Gespräche zwischen Beratern und Kunden sollen künftig umfassend und sorgfältig dokumentiert werden müssen - ein entsprechendes Protokoll auch vom Anleger abgezeichnet werden.

Die Verjährungsfrist für Schadenersatzansprüche soll zudem von derzeit drei auf zehn Jahre verlängert werden. Angedacht ist auch ein „Routenplaner” für Finanzprodukte, eine Art Fahrplan für Entscheidungen in Sachen Geldanlage. Von kommender Woche an soll diese „Checkliste”, entwickelt von Experten der Bundesregierung und der Verbraucherzentralen, übers Internet abrufbar sein.
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