Topzinsen bei Festgeld

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Im Normalfall steigen die Zinsen bei Festgeld mit der Laufzeit. Doch momentan ist nach drei Jahren bereits das Maximum erreicht, längere Laufzeiten lohnen sich nicht mehr.

Bei Festgeld kommt es auf das Wechselspiel zwischen Zinsen und Laufzeit an. Wird das Ersparte nur für kurze Zeit angelegt, fällt die Verzinsung geringer aus als bei einer längeren Laufzeit. Die Zinsen steigen jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt. Ist nach einer bestimmten Laufzeit der Maximalzins erreicht, stagnieren die Konditionen oder beginnen zu sinken.

Dabei bestimmt die Marktlage die Dauer bis der Zinszenit erreicht wird. Oftmals sind Festgelder mit acht oder zehn Jahren Laufzeit diejenigen, die sich am höchsten verzinsen. Das ist jedoch aktuell nicht der Fall. Der Zinshöhepunkt wird gegenwärtig schon nach drei bis vier Jahren erreicht. Längere Laufzeiten verbessern nicht die Konditionen.

Aktueller Zinsüberblick beim Festgeld

Für ein einjähriges Festgeld erhalten Sie momentan 1,8 Prozent Zinsen bei der tschechischen J&T Banka. Bei einer zweijährigen Laufzeit steigen die Topzinsen bei der gleichen Bank bis auf 2,0 Prozent und beim polnischen Kreditinstitut Alior Bank klettert der Wert auf 1,8 Prozent. Wenn Sie Ihr Geld für drei Jahre fest anlegen möchten, können Sie die Rendite auf 2,2 Prozent steigern, wie beispielsweise bei der Sberbank und der J&T Banka.

VTB und Alior Bank zahlen in diesem Fall je 2,1 Prozent. Sollten Sie sich nun entscheiden, um ein weiteres Jahr zu verlängern, ist nahezu keine Zinssteigerung mehr möglich. Die VTB und Sberbank zahlen gleich hohe Zinsen, die Deniz Bank schreibt 1,95 Prozent gut und die Südtiroler Sparkasse 1,9 Prozent. Nur die J&T Banka bietet mit 2,3 Prozent mehr für vierjähriges Festgeld. Bei fünfjähriger Laufzeit verharren die Konditionen auf diesem Niveau und ab dem sechsten Jahr beginnen sie zu sinken.

Lange Laufzeit bedeutet Zinsrisiko

Sollten Sie nun aufgrund des niedrigen Zinsniveaus mit dem Gedanken einer längeren Laufzeit spielen, sollten Sie vorsichtig sein. Überlegen Sie sich gut, welche Laufzeit Sie wählen, denn niemand weiß, wann sich der Wind dreht und die Zinsen wieder steigen. Im Moment sieht es noch danach aus, als ob die EZB für längere Zeit das Zinsniveau künstlich niedrig halten wird.

In den USA ist die Situation eine ganz andere, denn dort wird noch für dieses Jahr die Zinswende erwartet. Somit könnten Sie Zinsnachteile erleiden, wenn Sie Ihr Ersparnis jetzt für vier oder fünf Jahre in Festgeld binden. Sie haben keinen Zugriff mehr auf Ihr Geld und können es dadurch nicht in besser verzinstes Festgeld umschichten. Denken Sie daran: Festgeld ist nur in absoluten Ausnahmefällen kündbar.

Laufzeit und Ertrag sind derzeit am besten bei zwei- und dreijährigem Festgeld. Besonders da Renditen nach einer Zinswende nicht sofort durch die Decke schießen. Die EZB wird versuchen, mit maßvollen Zinsschritten den Markt wieder auf Normalniveau zu hieven. Anleger, die in den kommenden zwei bzw. drei Jahren mit Topzinsen ausgestattet sind, verschenken also kein Geld.

Tipp:

Hat Ihre Bank kein topverzinstes Festgeld im Angebot, scheuen Sie nicht den Blick zur Konkurrenz. Festgeld lässt sich problemlos bei jeder Bank oder Sparkasse anlegen. Ein umfangreiches Kontoeröffnungsverfahren oder eine Bonitätsprüfung erfolgen nicht und es fallen auch keine Kosten an.

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