München - Tanken im Ausland: An der Oktanzahl orientieren

Tanken im Ausland: An der Oktanzahl orientieren

Von: ddp
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Was in Italien oder Tschechien an der Zapfsäule als Super bezeichnet wird, muss nicht unbedingt das gewohnte Super sein. Die Namen fuer Benzinqualitaet können außerhalb Deutschlands anders gestaffelt sein. Foto: ddp

München. Was in Italien oder Tschechien an der Zapfsäule als „Super” bezeichnet wird, muss nicht unbedingt das gewohnte „Super” sein. Die Namen für Benzinqualität können außerhalb Deutschlands anders gestaffelt sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte Benzinkraftstoff nach der Oktanzahl (ROZ) und Dieselkraftstoff nach der Cetanzahl (CZ) auswählt werden, wie Fachleute des TÜV Süd in München empfehlen.

Welche Spritqualität das eigene Auto benötigt, steht in der Betriebsanleitung und oftmals auch auf der Innenseite des Tankdeckels.

Die Oktanzahl beschreibt die sogenannte Klopffestigkeit des Benzins, die es benötigt, damit es nicht zu ungewollten Selbstzündungen kommt. In Deutschland ist die Oktanzahl für Normalbenzin auf mindestens 91, für Super auf mindestens 95 und für Superplus auf mindestens 98 Oktan festgelegt.

Teure Premium-Kraftstoffe versprechen sogar mindestens 100 Oktan. Damit der Motor störungsfrei arbeitet, muss das Oktanzahlangebot des Kraftstoffes so hoch sein, dass der Oktanzahlbedarf des Motors auch bei ungünstigen Betriebsbedingungen noch erfüllt wird. Beispielsweise kann der Oktanzahlbedarf eines Motors bei Vollgas um zehn Oktanzahlen höher liegen als im Leerlauf.

Um solche Schäden zu vermeiden, nutzen moderne Motoren sogenannte Klopfsensoren. Sie funktionieren wie ein Stethoskop, erfassen elektronisch, was im Brennraum akustisch vor sich geht, und korrigieren, wenn nötig, über das Motormanagement den Zündzeitpunkt bis das Klopfen verschwindet. Das allerdings kostet Leistung, zumindest theoretisch. Schäden durch die Verwendung einer falschen Spritsorte könnten im Normalfall nicht entstehen, beruhigen Fachleute.

Selbst etwaige Leistungseinbußen seien kaum spürbar. Das klingt beruhigend, doch kein Hersteller gibt darauf Garantie. Geht ein neuer Motor kaputt und lässt sich nachweisen, dass die falsche Kraftstoffqualität dafür maßgeblich war, gibt es keinen Ersatz. Schiere Geldverschwendung ist es auf der der anderen Seite, Sprit zu tanken, der über der vom Autohersteller geforderten Norm liegt. „Die Verwendung von oberhalb der Motorspezifikation liegenden Oktanzahlen bringt im Regelfall keine Vorteile”, sagen die TÜV-Fachleute.

Bei Dieselmotoren ist die Cetanzahl (CZ) die entscheidende Kenngröße. Die Cetanzahl beschreibt die Zündwilligkeit von Dieselkraftstoff. Je höher diese ist, desto leichter entzündet sich der Kraftstoff von selbst. Durch eine niedrige Cetanzahl kann der Zündverzug zu hoch werden, so dass durch schlagartige, explosionsartige Kraftstoffverbrennung ein lautes Verbrennungsgeräusch entsteht - das bekannte „Nageln” von Dieselmotoren. Alte Dieselmotoren können mit Cetanzahlen ab 40 betrieben werden. Moderne Dieselmotoren benötigen jedoch über 50 Cetan.

In Deutschland beträgt die Cetanzahl für normalen Dieselkraftstoff sowie Biodiesel mindestens 51 CZ. Der sogenannte Super Diesel besitzt mindestens 55 und teure Premium-Dieselkraftstoffe versprechen sogar mindestens 60 Cetan. Eine höhere Cetanzahl bedeutet einen geringeren Zündverzug - die Zeitspanne zwischen Einspritzbeginn und Selbstzündung des Kraftstoffs - und somit mehr Fahrkomfort. ddp/nom/esc
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