Strom vom eigenen Dach: Klimaschutz wird staatlich gefördert

Von: Eva Neumann, dpa
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Solarsiedlung
27 Solarsiedlungen mit mehr als 6000 Bewohnern gibt es in NRW. Foto: ddp

Berlin. In punkto Solarstrom sind die Deutschen Spitzenreiter: Ende 2008 waren hierzulande Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 5300 Megawatt installiert. Nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft ist das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Photovoltaik-Anlagen (kurz: PV-Anlagen) leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Dafür gibt es umfangreiche staatliche Förderungen. Zwei Gründe, die auch immer mehr Eigenheimbesitzer überzeugen, sich ein kleines Kraftwerk auf das Dach zu setzen.

Die Kernelemente einer PV-Anlage sind die Module: Sie gewinnen aus dem Tageslicht elektrische Energie. Dieser Solarstrom gelangt über Gleichstromleitungen zum Wechselrichter. Der wandelt den Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom um und leitet ihn über einen Zähler ins öffentliche Stromnetz.

Die erzeugte elektrische Arbeit wird in Kilowattstunden (kWh) beziehungsweise Kilowattpeak (kWp) gemessen. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird die eingespeiste Energie vergütet.

Die Einspeisevergütung wird zu dem Zeitpunkt fixiert, zu dem die Anlage ans Netz geht, und ist dann für 20 Jahre garantiert. Aktuell beträgt sie 43,01 Cent pro kWh für Anlagen, die kleiner sind als 30 kWp.

„Wer über eine PV-Anlage nachdenkt, sollte sich zunächst möglichst firmenneutral informieren”, rät Sebastian Fasbender, Sprecher des Bundesverbandes Solarwirtschaft in Berlin.

Die Internetseiten www.dgs.de, www.solarserver.de oder www.solarwirtschaft.de sind dazu gut geeignet. Außerdem bieten die Verbraucherzentralen Bau- und Energieberatungen an.

Prinzipiell ist die Strahlungsintensität überall in Deutschland groß genug, um eine PV-Anlagen zu betreiben. „90 Prozent aller Anlagen werden auf Dächern installiert, entweder auf der Eindeckung oder auch als sogenannte Indachmontage anstelle einer Eindeckung”, berichtet Fasbender. Voraussetzung dafür ist, dass die Statik des Daches ausreicht. Alternativen sind die Fassadenmontage oder Freiaufstellung.

Wie viel Energie gewonnen werden kann, hängt wesentlich vom Standort ab. „Optimal ist ein zwischen Süd-Ost und Süd-West ausgerichtetes Dach mit einem Neigungswinkel von 30 Grad”, rät Ralf Haselhuhn von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie in München. „Sobald man dieses Optimum in punkto Ausrichtung oder Neigungswinkel verlässt, muss man mit Ertragseinbußen rechnen.” Die Oberfläche der Module sollte nicht durch Bäume, Nachbarhäuser, Giebel oder Antennen verschattet werden. Das gilt vor allem im Sommer, denn dann werden 80 Prozent des Ertrages erwirtschaftet.

Ein weiterer Faktor ist die Größe der künftigen Anlage. „Bei Altbauten ist es schon unter optischen Gesichtspunkten eine Überlegung wert, eine gesamte Dachfläche zu nutzen”, sagt Helmut Gumtau, Architekt und Energieberater bei der Verbraucherzentrale in Hamburg. „Dann wird der Charakter des nachträglich ergänzten, fremden Hauselementes etwas kaschiert.” Auch angesichts der günstigen Vergütungsbedingungen sei das sinnvoll.

„Eine PV-Anlage mit einer Nennleistung von 1000 Watt, also einem Kilowattpeak, benötigt eine Fläche von rund zehn Quadratmetern. Material und Installation einer solchen Anlage kosten nach den aktuellen Preisindizes weniger als 4000 Euro”, so Fasbender. „Größere Anlagen werden natürlich im Verhältnis billiger.” Am besten lassen sich Interessenten von zwei oder drei Installationsbetrieben möglichst detaillierte Angebote machen.

Um Kosten und Nutzen in ein Verhältnis setzen zu können, ist eine Ertragsberechnung unverzichtbar. Viele Fachfirmen liefern diese gleich mit dem Angebot. Auf der Seite www.solarserver.de ist ein Online-Check mit Simulationsberechnung verfügbar. „Je nach Standortbedingungen liefert eine PV-Anlage im Jahr 850 bis 900 Kilowattstunden pro Kilowattpeak”, erklärt Fasbender. „Damit hat sie sich in 10 bis 14 Jahren bezahlt gemacht.”

Das gilt allerdings nur, wenn die Module dann noch die volle Leistung erbringen, der Wechselrichter einwandfrei funktioniert und keine Schäden auftreten. Es lohnt sich also, bei der Installation auf Qualität zu achten. „Qualitativ hochwertige Module verfügen über ein Zertifikat des TÜV oder einer anderen Prüfanstalt”, erklärt Sonnenergie-Experte Haselhuhn. Für Wechselrichter gibt es allerdings noch keine Normen.

Die Montage einer PV-Anlage dauert meist ein bis zwei Tage. Neben dem Entfernen von groben Verschmutzungen ist die wichtigste Wartungstätigkeit das regelmäßige Ablesen des Stromzählers: Mit seiner Hilfe können Störungen frühzeitig erkannt werden.
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