Hamburg - Steuerregeln bei Berufsunfähigkeit und Rürup-Rente

Steuerregeln bei Berufsunfähigkeit und Rürup-Rente

Von: Oliver Mest, ddp
Letzte Aktualisierung:

Hamburg. Wer sich gegen Berufsunfähigkeit absichern und gleichzeitig für das Alter vorsorgen will, kann eine Rürup-Rentenversicherung mit einem Schutz gegen Berufsunfähigkeit verbinden.

Während die Beiträge separat abgeschlossener Berufsunfähigkeitsversicherungen in der Regel keine steuerlichen Vorteile bringen, weil die Abziehbarkeit nach geltendem Recht meist auf 1500 Euro im Jahr beschränkt ist, ist der mit einer Rürup-Rente verbundene Schutz gegen Berufsunfähigkeit im Rahmen der „Altersvorsorgeaufwendungen” steuerlich absetzbar. Das gilt bei Alleinstehenden für bis zu 20.000 Euro, bei Verheirateten für bis zu 40.000 Euro im Jahr.

Damit die Kosten für den Schutz gegen Berufsunfähigkeit als Sonderausgaben absetzbar sind, dürfen Zusatzabsicherungen nicht mehr als 50 Prozent der Beiträge verzehren. Die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit im Rahmen der Rürup-Rente muss so vereinbart sein, dass mehr als 50 Prozent der Beiträge auf die Altersvorsorge entfallen. Wird mit den Prämien für die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit die Marke überschritten, können Kunden den zusätzlichen Betrag nicht mehr als „Altersvorsorgeaufwendungen” absetzen, sondern nur noch als „Andere Vorsorgeaufwendungen” im Rahmen der Sonderausgaben.

Damit die Prämien für die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit als Sonderausgaben absetzbar sind, muss für die Zusatzabsicherung die Zahlung einer Rente vorgesehen sein. Der einzige Unterschied: Bei einer Absicherung der Berufsunfähigkeit über einen Rürup-Vertrag kann die Rentenlaufzeit zeitlich befristet sein. Alternativ kann bei Berufsunfähigkeit oder Erwerbsminderung auch eine Beitragsfreistellung vorgesehen sein.

Ob die 50-Prozent-Grenze erreicht oder überschritten ist, richtet sich grundsätzlich danach, welcher Beitrag tatsächlich gezahlt wird. Liegt der Tarifbeitrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung oberhalb der Marke, führt die Überschussverrechnung jedoch dazu, dass der tatsächliche Anteil darunter liegt. So sind die Kosten der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit über den Rürup-Vertrag voll als „Altersvorsorgeaufwendungen” absetzbar.

Liegt als beispielsweise der Tarifbeitrag eines Versicherten im Jahr bei 600 Euro für die Altersvorsorge und 650 Euro für die Absicherung gegen die Berufsunfähigkeit über den Rürup-Vertrag, ist die 50-Prozent-Marke eigentlich überschritten. Wenn die Überschussbeteiligung die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung über die Rürup-Rente tatsächlich jedoch auf 550 Euro drücken, dann sind die Kosten voll absetzbar.
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