Steuern sparen leichtgemacht: Das Einmaleins der Werbungskosten

Von: Oliver Mest, ddp
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Berlin. Die Steuerlast in Deutschland ist nicht gerade gering - oft bleibt vom Gehalt weniger als die Hälfte übrig, wenn Sozialabgaben und Steuern abgezogen sind.

Grund genug also, das Nettogehalt ein bisschen zu erhöhen. Das ist einfacher, als viele denken. Steuerzahler müssen nur ihre beruflichen und betrieblichen Kosten voll absetzen.

So vergessen viele, alle Arbeitsmittel steuerlich geltend zu machen. Grundsätzlich ist als Arbeitsmittel alles absetzbar, was entweder sowieso für die berufliche Verwendung gedacht ist (das sind beispielsweise Werkzeuge oder typische Berufskleidung) oder was zwar auch privat nutzbar ist, aber zu mindestens 90 Prozent beruflich oder betrieblich genutzt wird.

Bei der zweiten Gruppe gibt es das "Alles-oder-nichts-Prinzip": Liegt eine betriebliche Nutzung von mehr als 90 Prozent vor, ist der entsprechende Gegenstand als Arbeitsmittel absetzbar - bei weniger als 90 Prozent entsprechend nicht. Eine Ausnahme gilt nur für den PC: Dessen Kosten sind immer anteilig entsprechend der beruflichen Nutzung absetzbar - in der Regel werden die Kosten zu 50 Prozent problemlos anerkannt.

Auch die steuerlichen Vorteile durch das Arbeitszimmer scheinen noch nicht ganz verloren. Wer im heimischen Büro seinen beruflichen Mittelpunkt hat, kann die Kosten ohnehin zu 100 Prozent absetzen. Und auch, wer im eigentlichen Job keinen richtigen Arbeitsplatz hat - beispielsweise als Lehrer - kann nach neuester Rechtslage die Kosten zumindest wieder bis zu 1250 Euro im Jahr absetzen.

Auch Fortbildungskosten senken die Steuerlast. Absetzbar sind die Kosten für alle Fortbildungen, die Steuerzahler dabei unterstützen, im Beruf besser voranzukommen, die eigenen (Fach-)Kenntnisse zu erweitern, die Stellung im Unternehmen zu festigen, das Einkommen zu steigern oder zu sichern oder auch aus der Arbeitslosigkeit heraus wieder eine Stelle zu bekommen. Wichtig ist nur, dass ein konkreter Zusammenhang zwischen der Bildungsmaßnahme und den angestrebten Einnahmen besteht.

Echte Fortbildungsmaßnahmen nach Abschluss der ersten Berufsausbildung beziehungsweise nach Abschluss des Erststudiums sind dabei immer als Werbungskosten oder Betriebsausgaben in unbegrenzter Höhe absetzbar. Das gilt beispielsweise für eine Umschulungsmaßnahme oder für ein Zweitstudium. Als Werbungskosten anerkannt werden auch die Ausbildungskosten im Rahmen eines sogenannten Ausbildungsdienstverhältnisses, weil in diesem Fall die Ausbildungsvergütung steuerpflichtig ist. Das trifft zum Beispiel auf Auszubildende in der Lehre zu, aber auch auf Referendare im Schul- oder Rechtsbereich.

Wenn Steuerzahlern bei der Stellensuche Kosten entstehen, können sie die als Werbungskosten absetzen. Absetzbar sind die Kosten für Bewerbungsunterlagen, Fahrtkosten für Vorstellungsgespräche oder Stellenanzeigen. Und das Finanzamt beteiligt sich an beruflich bedingten Umzugskosten. In der Regel ist die berufliche Veranlassung gegeben, wenn man erstmals eine Stelle antritt und deshalb an den Arbeitsort umzieht, wenn der Arbeitgeber gewechselt wird und man deshalb umziehen muss oder aber, wenn das Unternehmen seinen Firmensitz an einen anderen Ort verlegt.

Zudem sind auch die Fahrtkosten nach jahrelangem Hin und Her steuerlich wieder voll absetzbar - und zwar ab dem ersten Kilometer. Gerade für Pendler mit einer weiteren Anfahrt spart das zusätzlich Steuern.
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