Berlin - Steuererklärung: An die Bögen, fertig, los

Steuererklärung: An die Bögen, fertig, los

Von: Thorsten Wiese, dpa
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Steuer / Steuererklärung
Viel Papier beim Ausfüllen - aber am Ende kommt hoffentlich Zählbares heraus. Foto: dpa

Berlin. Wer einfach nicht mit ihr warm wird oder sie zum ersten Mal anfertigt, geht am besten zuerst einmal ins Finanzamt - für die Einkommensteuererklärung gibt es dort, meist im Eingangsbereich oder an der Information, alle notwendigen Formulare.

Wem das zu altbacken oder kompliziert ist, der nutzt das elektronische Angebot der Finanzverwaltung mit dem Namen Elster. Die Software ist kostenlos im Internet erhältlich und bietet viele Hilfestellungen, außerdem lässt sich das fertige Dokument per Mausklick am Ende direkt an das Finanzamt übermitteln.

Oder der Steuerzahler kauft sich eines der Programme von diversen Anbietern - eine Steuersoftware - und spielt sie auf seinen Rechner. Eine erste Anlaufstelle kann aber auch das Portal http://www.steuerbar.de des Bundes der Steuerzahler in Berlin sein. Auf der Seite finden sich Steuertipps, aber auch eine eigene Rubrik mit dem Namen „Die erste Steuererklärung”. Wer sich also grundsätzlich informieren will, welche Angaben der Fiskus von Steuerzahlern benötigt, bekommt hier Hilfestellung. Die Steuerexperten erklären grundlegend, was es mit dem „Lohnsteuerabzugsverfahren” auf sich hat und was das „tatsächlich zu versteuernde Einkommen” ist.

Auch die Möglichkeiten dessen, was sich „absetzen” lässt, hat der Steuerzahlerbund in leicht zu verstehenden Worten aufgelistet: Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen sowie haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen gehören dazu. Ob online oder auf Papier - die Formulare bleiben dieselben. Aber bei den Vordrucken hat sich in diesem Jahr in der Anordnung etwas getan.

„Zum Beispiel ist der Mantelbogen ziemlich umgestaltet worden”, sagt Bernhard Lauscher vom Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe in Neustadt/Weinstraße. Die Sonderausgabensparte - für Spenden oder Ausbildungskosten - sind von Seite 3 auf Seite 2 gewandert, die Angaben zu außergewöhnlichen Belastungen von Seite 4 auf Seite 3. Und die Unterschrift, die bis zum vergangenen Jahr immer auf Seite 1 unten zu leisten war, hat ihren Platz jetzt auf Seite 4 unten, sagt Lauscher.

Der Grund sei die neue „Anlage Vorsorgeaufwand”. Bisher fanden sich die Felder zum Eintragen von Vorsorgeaufwendungen - Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung und zu weiteren Versicherungen - auf der oberen Hälfte der Seite 3. „Diese Felder sind jetzt in das neue Formular ausgelagert worden”, sagt Lauscher. In diesem Jahr, für die Einkommensteuererklärung 2009, gibt es also ein weiteres Papier. „Auch die Angaben zur Riester-Rente sind jetzt dort zu machen.”

Dafür fällt die bisherige „Anlage AV” weg - sie liegt nicht mehr aus. Der Mantelbogen hat dennoch weiter vier Seiten. Neben der neuen Anlage und dem Mantelbogen benötigen Arbeitnehmer, die Lohn oder Gehalt beziehen und keine weiteren Einkünfte zum Beispiel aus selbstständiger Arbeit haben, die Anlage N. Wer Kinder hat, füllt pro Kind eine „Anlage Kind” aus - sie einzureichen ist von Geburt an Pflicht für Eltern. Rentner benötigen die Anlage R.

Auch die „Anlage KAP” sei ganz neu gestaltet, sagt Lauscher - „da erinnert nichts mehr an vorher.” Hintergrund sei die Einführung der Abgeltungsteuer Anfang 2009. Wer mit seinen Kapitaleinkünften unter dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro geblieben ist und keine Steuern abgeführt hat, muss die Anlage nicht abgeben. Wer aber seine Freistellungsaufträge nicht richtig auf die Sparkonten aufgeteilt hatte, sollte sich zu viel bezahlte Steuern mit Angaben in der „Anlage KAP” zurückholen.

Die Bundessteuerberaterkammer in Berlin weist darauf hin, dass es ein Irrglaube ist, jeder Bürger müsse eine Steuererklärung abgeben - und das bis zum 31. Mai des Folgejahres. Diese Pflicht trifft nur auf jene zu, die im betreffenden Jahr bei mehr als einem Arbeitgeber beschäftigt waren, Lohnersatzleistungen - wie Elterngeld - von mehr als 410 Euro bezogen haben oder Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte hatten eintragen lassen.

Ebenso trifft die Veranlagungspflicht all jene, die neben ihrem Jahresgehalt noch andere Einkünfte von mehr als 410 Euro hatten oder in Lohnsteuerklasse V eingestuft waren. Wer einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein mit der Steuererklärung beauftragt, hat bis zum 31. Dezember Zeit.


Für Werbungskosten Belege hinzufügen

Wer im Vorjahr Werbungskosten hatte, die die ohnehin abziehbare Pauschale von 920 Euro übersteigen, sollte für die einzelnen Posten die Belege bereitlegen. Der Bund der Steuerzahler in Berlin rät dazu, dass das Papier den Vermerk „Quittung oder Rechnung” tragen sollte. Je genauer der gekaufte Artikel beschrieben wird, desto besser. Geht es zum Beispiel um Fachliteratur, ist möglichst der genaue Titel anzugeben.

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