Start der Heizperiode: So senken Verbraucher ihre Kosten

Von: Neela Richter, dpa
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Ein paar Grad weniger helfen nicht allein: Auch der Energielieferant gehört beim Sparen auf den Prüfstand. Foto: dpa

Berlin/Stuttgart. Ein dicker Pullover und eine Wolldecke sind in diesem Winter die eine Lösung: Vielen Verbrauchern stand mit der Heizkosten-Abrechnung zuletzt ein Schock ins Haus.

Wer den Beginn der Heizperiode zum Anlass nimmt, seine Energie-Lieferverträge auf den Prüfstand zu stellen, kommt aber möglicherweise ohne Zusatzbekleidung durch den Winter. Der Taschenrechner und ein genauer Anbietervergleich können beim Sparen helfen.

In den vergangenen fünf Jahren seien die Energiepreise jeweils um bis zu sechs Prozent gestiegen, sagt Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin. So teuer wie im vergangenen Jahr werde es im kommenden Winter nicht werden, vermutet Stolte.

Die Preise für Öl und Gas seien derzeit niedriger. „Allerdings hat der Durchschnittspreis für Öl eine Achterbahnfahrt hinter sich, und mittelfristig wird er wieder steigen.” Da der Gas- an den Ölpreis gekoppelt ist, gelte für ihn das gleiche.

Die fossilen Energievorräte werden weniger - und Energie damit auf lange Sicht teurer, sagt Christian Michaelis von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Er rät deshalb dazu, Einsparpotenziale zu identifizieren - unabhängig vom aktuellen Auf und Ab. An einem Abend ist ein solcher Check allerdings nicht getan.

Denn wie viel ein Haushalt für Energie höchstens bezahlen sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Preise schwanken je nach Region, und verschiedene Wohnungen haben einen unterschiedlich hohen Energiebedarf. Aber es gibt Richtwerte.

Der bundesdeutsche Durchschnittswert für eine Heizung - ohne Warmwasser - in einer Mehrfamilienhaus-Wohnung liegt bei etwas unter 170 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Das hat laut Michaelis eine Berechnung der Messdienst-Firma Techem ergeben. Eine erste Plausibilitäts-Prüfung lasse sich recht flott mit dem Taschenrechner erstellen: „Wenn ich in einem Mehrfamilienhaus 5 Prozent der Fläche bewohne und auf mich 5 Prozent der Verbrauchseinheiten entfallen, liege ich genau im Durchschnitt.”

Wenn der Wert aber erheblich abweicht, sollte man sein Heizverhalten und die Abrechnung überprüfen. Eine erste Orientierung gibt der bundesweite Heizspiegel. „Heizspiegel sind kein Evangelium”, sagt Hermann-Josef Wüstefeld vom Deutschen Mieterbund in Berlin. „Aber wenn ich grob vergleichen will, kann ich damit erste Rückschlüsse auf meine Situation ziehen.” Und das kann sich lohnen.

Denn ein höherer Energieverbrauch komme schnell zustande: „Ein Grad mehr Temperatur bedeutet einen um sechs Prozent höheren Energieaufwand”, erklärt Michaelis. Sparen lässt sich selbst ohne dicken Pullover: Wer zum Beispiel das Thermostat um ein paar Grad herunterdreht, wenn ein Zimmer etwa tagsüber nicht genutzt wird, verbraucht weniger. Und beim Lüften gilt: Besser einige Minuten am Tag stoßlüften, statt das Fenster stundenlang gekippt lassen.

Tarifrechner im Internet helfen bei der Auswahl des passenden Anbieters. Den eigenen Verbrauch entnehmen Kunden der vergangenen Abrechnung. Und weil in der Maske auch die Postleitzahl einzutragen ist, werden automatisch nur in der Region auch zur Verfügung stehende Lieferanten berücksichtigt. „Wichtig ist immer: Vergleichen Sie mit Hilfe des Tarifrechners die Jahreskosten für Ihren individuellen Verbrauch - suchen Sie nicht nach dem generell günstigsten Anbieter”, rät Michaelis.

Die dena bietet Energiespar-Tipps im Internet vor allem für Hausbesitzer. Ihnen empfiehlt Stolte einen Energieberater, falls der Verbrauch des eigenen Hauses nicht im „grünen Bereich” sei: „Der guckt sich an, wo man noch Energie sparen kann: die Gebäudehülle, das Dach, die Fenster, ob die Heizung noch dem Stand der Technik entspricht und richtig eingestellt ist.” Wärmeschutzverglasung und effizientere Heizungsanlagen könnten große Ersparnisse bringen.

Das sollten sich nicht nur Eigentümer zu Herzen nehmen. Auch Mieter haben eine Chance: Sie sollten immer prüfen, ob ihre Wohnung noch mangelfrei ist, rät Wüstefeld: „Wenn ich feststelle, dass die Fenster undicht sind, dann bin ich als Mieter verpflichtet, den Vermieter darauf hinzuweisen. Und ich habe einen Anspruch darauf, dass der Vermieter diesen Mangel beseitigt.”
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