Staffelzins bei Tagesgeld schmälert den Ertrag

Von: Max Geißler
Letzte Aktualisierung:
Top-Tagesgeld
Wenn Sie sich auf der Suche nach einem passenden Tagesgeldkonto befinden, sollten Sie sich nicht von einem aufwändig beworbenen Topzins blenden lassen. Foto: dpa

Aachen. Manches Tagesgeldkonto zahlt je nach Anlagebetrag unterschiedlich hohe Zinsen. Staffelzinsen sind für jeden Sparer meist von Nachteil.

Wenn Sie sich auf der Suche nach einem passenden Tagesgeldkonto befinden, sollten Sie sich nicht von einem aufwändig beworbenen Topzins blenden lassen. Vielmehr sollten Sie darauf achten, dass die Bank den Zinssatz vom ersten bis zum letzten Euro auch durchgehend zahlt. Das Anlageergebnis wird nämlich erheblich geschmälert, wenn das Tagesgeldkonto kleine Anlagesummen geringer verzinst als große oder wenn der Zinssatz bereits ab einer niedrigeren Kapitalanlage wieder sinkt.

Steigender Staffelzins

Zahlt ein Kreditinstitut erst ab einem Anlagebetrag von 5.000 Euro einen hohen Zinssatz für Tagesgeld, für darunter liegende Beträge aber einen geringeren, verlieren Sparer Geld, wenn sie nicht genügend anlegen. Beispiel: Manche Regionalbanken zahlen bis zu einem Anlagebetrag von 4.999,99 Euro 0,1 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld und für höhere Beträge gibt es 0,5 Prozent. Wer zum Beispiel 4.950 Euro anlegt, der erzielt ein Jahresergebnis von 4,95 Euro. Überweist man dagegen 100 Euro mehr, würde aus 5.050 Euro ein Zinsgewinn von 25,25 Euro resultieren. Sie sollten daher stets die Einlagenhöhe im Auge behalten, sonst verschenken Sie Zinsen. Das gilt vor allem, wenn Sie Bargeld vom Tagesgeldkonto abheben.

Fallender Staffelzins

Es kann eben auch passieren, dass die Bank den angebotenen Topzins nur bis zu einer bestimmten Einlagenhöhe zahlt. Beträge, die darüber hinausgehen, werden dann deutlich schlechter verzinst. Dahinter steckt die Absicht, mit dem Top-Zins möglichst viele Neukunden anzulocken. Die fallende Verzinsung verhindert dabei, dass zu viel Geld angelegt wird, denn das kostet der Bank Geld.

Beispiele:

Die Comdirect Bank zahlt von null bis 10.000 Euro für das Tagesgeld Plus-Konto 0,25 Prozent Zinsen, für höhere Beträge aber nur 0,10 Prozent. Legen Sie 20.000 Euro als Tagesgeld an, erzielen Sie ein Jahresergebnis von 20.035 Euro. Würde Comdirect die Verzinsung nicht absenken, bekämen Sie stattdessen 20.050 Euro ausgezahlt.

Ein Beispiel für steigende und fallende Zinsen innerhalb eines Tagesgeldkontos liefert so manche Sparkasse: Bis zu einem Anlagebetrag von 10.000 Euro erhalten Sparer 0,05 Prozent Zinsen. Ab 10.000 Euro klettert der Zinssatz auf 0,1 Prozent, ab 50.000 Euro weiter auf 0,2 Prozent. Legt man große Beträge auf dem Tagesgeldkonto an, so sinkt die Verzinsung ab 500.000 Euro wieder auf 0,05 Prozent.

Auf einen konstanten Zins achten

Eine im Vergleich hohe Zinsausbeute erzielen Anleger, wenn die Bank hohe Tagesgeldzinsen für jeden Anlagebetrag zahlt -; und das nicht nur zeitlich begrenzt. Beispiele hierfür liefern die Sberbank mit 1,1 Prozent Zinsen, Moneyou mit 1,05 Prozent und die Denizbank mit 1,0 Prozent Zinsen. Aufpassen sollten Sie, wenn es sich um ein Neukundenangebot handelt. Hier sind die Zinsen für das Tagesgeld in der Regel nur auf eine bestimmte Zeit festgesetzt und oft sinkt der Topzins nach vier oder sechs Monaten auf das allgemein gültige Zinsniveau herab. Dies kann man zum Beispiel bei Audi- und Volkswagenbank direct beobachten, die vier Monate lang den Neukundenzins von 1,1 Prozent garantieren sowie bei der ING-Diba mit viermonatiger Zinsgarantie von 1,0 Prozent.

 

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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