Sparmethode Call-by-Call in Gefahr

Von: Fritz Himmel
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Call-by-Call
Mit der Call-by-Call Methode lassen sich bis zu 90% Kosten einsparen. Foto: dpa

Aachen. Mit Call-by-Call können Telefonkunden kräftig ihre Kosten drücken. Von Seiten der EU-Kommission droht der Sparmethode nun jedoch Ungemach. Mit der Call-by-Call-Methode lassen sich problemlos bei Anrufen im Inland je nach Tageszeit bis zu 60 Prozent, bei Auslandsgesprächen oder Verbindungen zum Handy gar bis zu 90 Prozent pro Minute einsparen.

Damit könnte aber bald Schluss sein. Deutsche Verbraucher müssten dann beim Telefonieren tiefer in die Tasche greifen.Call-by-Call und Preselection (die feste Voreinstellung einer Sparvorwahl) sind ein fester Bestandteil des Telekommunikationsmarktes. Erkenntnisse einer Studie des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) von 2013 zeigen: Auf etwa 22 Millionen Haushalte beläuft sich die Anzahl der potenziellen Nutzer in Deutschland.

Allein 2013 telefonierten die Deutschen rund 25 Millionen Minuten pro Tag über Call-by-Call oder Preselection. Und fast jeder dritte Telekom-Kunde nutzte diese Alternative. Insgesamt wird die Anzahl der aktiven Call-by-Call-Nutzer in Deutschland auf sechs bis sieben Millionen geschätzt", sagt Oliver Rockstein, Geschäftsführer von Tele 2, einem der führenden Call-by-Call-Anbieter in Deutschland: Fällt diese Alternative weg, bedeutet das für diese Menschen unter Umständen nicht nur eine finanzielle Mehrbelastung, sondern auch eine erzwungene Einschränkung ihrer Wahlmöglichkeiten."

In diesem Jahr will die Europäische Kommission eine neue Empfehlung abgeben, welche Bereiche des Telekommunikationsmarktes nach wie vor reguliert und welche dem freien Wettbewerb überlassen werden sollen. Eine Empfehlung könnte dabei lauten: Call-by-Call und Preselection müssen nicht mehr per Gesetz reguliert und ermöglicht werden. Und damit droht beiden Spar-Modellen das Aus. Denn die Bundesnetzagentur, die in Deutschland für die letzte Entscheidung zuständig ist, folgt in der Regel der Empfehlung der EU-Kommission. Die Teilmärkte der Telekommunikationsbranche, in denen aktuell die Möglichkeit von Call-by-Call und Preselection geregelt ist, dürfen auf keinen Fall der De-Regulierung zum Opfer fallen, appelliert daher Tele2-Chef Rockstein an die Gesetzgeber.

Das hätte eine Re-Monopolisierung der Deutschen Telekom zur Folge. Mit erheblichen Nachteilen für die Verbraucher und den gesamten Wettbewerb in Deutschland.Eine Konsequenz wären steigende Kosten für viele private Verbraucher und mittelständische Betriebe. Gerade im ländlichen Bereich sorgen die Sparvorwahlen für Wettbewerb. Es kann nicht sein, dass die europäische Politik bestimmt, welche Produkte vom Verbraucher bevorzugt und genutzt werden dürfen, bemängelt denn auch VATM-Präsident Knauer.

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