Sparkassen verärgern Kunden

Von: Thomas Brummer
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Aachen. In einer Fonds-Studie belegt die Sparkassenfondsgesellschaft Deka einen der letzten Plätze. Eine Besserung ist nach Expertenmeinung nicht in Sicht. Was läuft falsch?

Wer in seine heimische Sparkasse geht, hat vielleicht schon dieses Werbeschild in der Schalterhalle thronen sehen: Deka - Neue Perspektiven für mein Geld. Diese Perspektiven haben sich allerdings für zahlreiche Kunden der Sparkasse nicht eröffnet. Das belegt eine breit angelegte Untersuchung des Finanzanalysehauses Morningstar. Deka-Fonds, also die hauseigenen Produkte der Sparkassen, haben in einem Test unter 50 Aktienfondsgesellschaft Platz 46 belegt. Die Misere ist dabei nicht erst seit gestern offenkundig, wie Morningstar-Analyst Ali Masarwah berichtet: Bei den Deka-Aktienfonds hapert es bereits seit Jahren. Doch woran liegt das? Das sehr mäßige Abschneiden der Deka bei Aktienfonds hat seine Ursache im unterdurchschnittlichen Rendite-Risiko-Profil vieler Fonds, fährt der Experte fort. Im Klartext heißt das, die Fonds erwirtschaften größtenteils zu geringe Erträge oder gehen unverhältnismäßig hohe Risiken ein.

Besser auf den Index setzen

Nach Meinung der Morningstar-Analysten orientieren sich Deka-Manager zu stark an vorgefertigten Indizes, etwa dem Dax. Um einen Index zu übertreffen, und das ist ja das Ziel von den Managern aktiv verwalteter Fonds, müssen sich diese Manager auch von ihm entfernen können, moniert Masarwah. Anleger würden also für ein teures Management zahlen, das aber kaum managt. Das ist unnötig. Denn mit einem wesentlich preisgünstigeren ETF (Exchange Traded Fund) lassen sich namhafte Aktienindizes, wie Dax, Euro Stoxx oder Dow Jones, 1:1 abbilden. Der Clou: Ein Computersystem sorgt für die ständige Anpassung der Aktien. Wer beispielsweise den heimischen Leitindex Dax haben möchte, zahlt für den Comstage Dax 0,08 Prozent an Gebühren, db x-trackers DAX ruft eine Gebühr in Höhe von 0,09 Prozent auf den Plan und selbst der ETF aus dem Hause Deka kostet lediglich 0,15 Prozent. Diese Dax-Produkte steigen zum Beispiel um ein Prozent, wenn der Dax um ein Prozent steigt.

Selbst wenn der Deka-Fonds die gleiche Rendite erwirtschaftet wie der Dax, fallen hier noch saftige Gebühren an. Ein Beispiel: Der AriDeka CF zählt zu den größten Fonds der Sparkassenfondsgesellschaft. Der Ausgabeaufschlag wird mit 5,26 Prozent angegeben, die Verwaltungsgebühr mit 1,25 Prozent. In Summe ergibt sich im ersten Jahr eine Gesamtbelastung von mehr als 6,5 Prozent. Selbst wenn der Fonds um sieben Prozent zulegt, bleibt gerade einmal ein halbes Prozent übrig. Rechnet man dann noch die Inflation mit ein, wurde Kaufkraft vernichtet. Da ist selbst ohne Risiko mehr drin, etwa mit einem Festgeldkonto bei einem Spitzenanbieter.

Mangelnde Transparenz

Die Kritik des Finanzanalysehauses geht noch weiter. Auch was die Transparenz der Deka-Fondsgesellschaft anbelangt, gibt es offensichtlich Nachholbedarf. Leider hat sich die Deka bisher nicht entschließen können, die Namen ihrer Fondsmanager zu veröffentlichen, kritisiert Masarwah. Die Fondsgesellschaft der Sparkasse scheint auch noch nicht in die Spur gefunden zu haben. Manager würden häufig wechseln und seien noch dazu unerfahren. Insgesamt sind die Experten von Morningstar wenig angetan von der Sparkassentochter und fürchten, dass sich dies auch in Zukunft nicht bessern wird.

Und wer ist dann gut?

Einige andere bekannte Gesellschaften schneiden zwar besser ab, mit Ruhm haben sich aber auch diese nicht bekleckert. Die Allianz kommt auf Platz 29, direkt dahinter folgen Pioneer Investments, Union Investment, deren Fonds unter anderem von den Volks- und Raiffeisenbanken sowie den Sparda-Banken vertrieben werden. Direkt dahinter -; auf Platz 32 -; reiht sich schließlich die DWS-Fondsgesellschaft der Deutschen Bank ein. Auf das Siegertreppchen haben es übrigens diese drei geschafft: Sjunde AP, Orbis und Vanguard.

Geldanlage-Vergleich: Diese Zinsen gibt es derzeit bei Tagesgeld, Festgeld und Sparbriefen.

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