Sparen in den einzelnen Lebensphasen

Von: Sebastian Knoppik, dpa
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Früh mit dem Sparen beginnen: Grundsicherung bis 30
Der Abschluss einer Rentenversicherung lohnt sich auch schon in jungen Jahren. Im Laufe der Zeit könne sich die Beiträge zu einem kleinen Vermögen ansammeln. Foto: dpa

Düsseldorf/Wiesbaden. Mit dem Sparen sollte jeder möglichst frühzeitig beginnen - auch wenn man in der Ausbildung oder als Berufsstarter nur relativ Geld wenig zurücklegen kann. Denn auch solche kleinen Beiträge werden auf lange Sicht zu einem ansehnlichen Vermögen. Dabei sollten junge Menschen zum einen langfristig etwas für die Altersvorsorge zurücklegen.

Zum anderen sollte auch genug Geld für kurzfristige Ausgaben - wie eine neue Waschmaschine - vorhanden sein. Bevor es an den Vermögensaufbau geht, sollte man allerdings zunächst eine Basis-Vorsorge schaffen.

„Junge Menschen sollten sich erst gegen die vorhandenen Risiken absichern und Schulden tilgen”, rät Ralf Scherfling, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Zu den wichtigen Versicherungen für jeden jungen Menschen gehört eine Privat-Haftpflichtversicherung, wie Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Düsseldorfer Verbraucherzentrale, erklärt.

Spezial-Haftpflichversicherungen kommen für bestimmte Gruppen wie Hundehalter hinzu. Außerdem sollte auf jeden Fall eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden, sagt Weidenbach: „Der Schutz über die gesetzliche Rentenversicherung für diesen Bereich besteht nämlich nur noch im Rahmen der Erwerbsminderungsrente.” Daneben sei eine Risiko-Lebensversicherung zur Absicherung des Todesfallrisikos empfehlenswert.

Wenn diese elementaren Risiken abgesichert sind, geht es zunächst um das kurzfristige Sparen. „Dann sollte man erst mal sein Tagesgeldkonto so bestücken, dass man unvorhergesehene Ausgaben davon bestreiten kann”, erklärt Karin Baur, Redakteurin der Zeitschrift „Finanztest”, die von der Stiftung Warentest in Berlin herausgegeben wird. Als Faustformel gelte eine Summe von drei bis vier Monatsgehältern, die man kurzfristig verfügbar haben sollte. Allerdings hänge dies auch von der persönlichen Situation ab.

„Erst wenn Schulden getilgt, die nötigen Risiken abgesichert sind und die Liquiditätsreserve aufgebaut ist, kommen andere Anlageformen in Betracht”, erklärt Verbraucherschützer Scherfling: „Je nach Ziel und Präferenz des einzelnen Anlegers können dies zum Beispiel Sparkonten, Bank- oder Fondssparpläne sein.”

Mit der Altersvorsorge kann man nach Meinung von „Finanztest”-Redakteurin Baur nicht früh genug beginnen. „Da empfehlen wir zuerst die Riester-Rente.” Sie sei wegen der staatlichen Förderung besonders attraktiv. Für junge Sparer seien besonders Riester-Fondssparpläne interessant, da sie die größte Flexibilität bieten.

Jana Both von der Stiftung Jugend und Bildung in Wiesbaden empfiehlt, nicht alles auf eine Karte zu setzen und verschiedene Anlageformen zu mischen. „Eine Faustregel besagt, dass der Aktienfondsanteil in etwa hundert minus Alter des Anlegers sein sollte. Bei jüngeren Anlegern kann dieser auch höher sein, denn sie haben noch viel Zeit bis zur Rente.”

Weil der Renteneintritt noch fern ist, müssen sich junge Menschen um Kursschwankungen weniger Gedanken machen, wie Both erklärt: „Denn das Auf und Ab der Börsen wird über einen längerfristigen Zeithorizont ausgeglichen.”

Gerade Auszubildende und Menschen mit geringem Einkommen können sich beim Sparen oft unter die Arme greifen lassen. „Verbraucher sollten prüfen, welche Fördermöglichkeiten sie durch den Arbeitgeber oder den Staat in Anspruch nehmen können, beispielsweise bei den vermögenswirksamen Leistungen und bei der betrieblichen Altersvorsorge”, sagt Scherfling.

Wer einen Hausbau plant, sollte auch dafür etwas zurücklegen. „Hierfür empfiehlt sich ein Bausparvertrag”, sagt Baur. Inzwischen gibt es hierfür eine spezielle Variante der staatlichen Riester-Förderung.

Vorsichtig sein sollten Menschen unter 30 hingegen mit Anlagen, die sie nur schlecht wieder los werden. „Wenn man noch nicht so viel Einkommen hat, sollte man keinen unflexiblen Vertrag wie etwa eine Rentenversicherung oder Kapitallebensversicherung abschließen”, rät die „Finanztest”-Redakteurin. Bei einem solchen Vertrag bindet man sich nämlich für lange Zeit und muss bei einem vorzeitigen Ausstieg mit höheren Verlusten rechnen.

Wichtig sei es, dass beim Abschluss eines Vertrages keine Hektik aufkommt und man sich nicht von einem Verkäufer unter Druck setzen lässt, rät Scherfling: „Im Zweifel rechnet es sich, den für seine individuellen Ziele richtigen Vertrag lieber etwas später abzuschließen als zu früh anzufangen und Jahre später mit Verlusten wieder auszusteigen.”
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